Die tiefe Bedeutung der Nüdlinger Wallfahrt nach Vierzehnheiligen für die Ortsgemeinschaft und weit darüber hinaus verdeutlichte die Rückkehr der 114 Wallfahrer am Freitagabend. Bei strahlendem Sonnenschein zogen sie den Wurmerich herunter. Am Feldkreuz vor dem Ortseingang waren sie von Ministranten abgeholt und in einer Lichterprozession zur Kirche geleitet worden. Hunderte von Ortsbürgern säumten die Straße und hießen die Wallfahrer herzlich willkommen. Manche drückten ihre Glückwünsche mit Blumen aus.

Die große Mehrheit der Wallfahrer hat die etwa 180 Kilometer lange Pilgerstrecke zur Basilika Vierzehnheiligen und zurück schon viele Male zurück gelegt. Knapp zwei Drittel der Wallfahrer kamen aus Nüdlingen und Haard, der Rest aus umliegenden Gemeinden. Den Abschluss bildete am Samstag ein Dankgottesdienst und das traditionelle Wallfahrertreffen im Pfarrsaal.


Ungebrochene Faszination

Eine ungebrochene Faszination, die sich kaum in Worte fassen lässt, und von der alle Teilnehmer schwärmen, geht von dieser Wallfahrt aus. Wie berichtet, lautete ihr diesjähriges Motto: "Damit ihr in mir Frieden habt". Es wurde unterwegs bei den zahlreichen Gebeten und dann in der päpstlichen Basilika von Vierzehnheiligen angesprochen und erläutert. Die Wallfahrergemeinschaft hatte am zweiten Tag ihr Ziel, die von Balthasar Neumann geschaffene Basilika von Vierzehnheiligen, erreicht. Viele von ihnen erlebten wohl den Einzug in die Pracht der Basilika und den ersten Anblick des Nothelferaltars wie einen Eindruck vom erlösenden Paradies.

Große Verdienste machte sich auch in diesem Jahr wieder Michael Schäfer, der Wallfahrtsführer. Seit diesem Jahr wird er von Oliver Speck als Stellvertreter unterstützt. Mustergültig waren die Organisation und die Gestaltung durch das Wallfahrer-Team, wobei Margot Freid-hof eine besondere Rolle als Vorbeterin einnimmt. Die Fahrer mehrerer Begleitfahrzeuge kümmerten sich um die Verkehrsabsicherung, um den Transport des Gepäcks oder um das Bereitstellen von Getränken. Beim Zug der Wallfahrer durch verschiedene Orte läuteten zur Begrüßung die Kirchenglocken, und die 13 Mann starke Wallfahrerkapelle unter Leitung von Knut Bieber aus Poppenlauer trat in Aktion. Beten, Singen und Meditieren spielen beim "Kirchenvolk unterwegs" eine besondere Rolle. Mehrere Gottesdienste stärkten den Glauben.


Start mit Bußgottesdienst

Der Aufenthalt der Nüdlinger Wallfahrergruppe in Vierzehnheiligen wurde von mehreren Gottesdiensten geprägt. Der Mittwochvormittag begann mit einem frühmorgendlichen Bußgottesdienst, gefolgt vom Wallfahrtsamt, der Heiligen Messe. Zwischen 12 und 13 Uhr fand eine Prozession rund um den Gnadenaltar statt. Gegen Abend folgte ein weiterer Gottesdienst mit Lichterprozession rund um die Wallfahrtskirche. Nicht wenige ältere Nüdlinger, die den Fußweg nicht mehr schaffen, fuhren eigens nach Vierzehnheiligen, um mit dabei zu sein.
Besonders eindrucksvoll war die Predigt von Pater Heribert. Das Thema "Frieden" wurde durch den Franziskaner besonders angesprochen. Auch in den Lesungen und den Fürbitten spielte das Thema die entscheidende Rolle. Zunächst gehe es um den Frieden mit sich selbst, wurde gesagt. Dann gehe es um den Frieden mit den Mitmenschen. Weiterhin ziele das Thema auf den Frieden in der Welt und schließlich auf den Frieden mit der Schöpfung beziehungsweise der Natur. Pater Heribert appellierte an alle: "Lasst uns neue Menschen werden."


Ehrungen für Wallfahrer

Traditionell wurden Wallfahrer für ihre 25-malige Teilnahme in der Basilika mit Urkunde und Abzeichen geehrt. Bei den Nüdlingern waren es Franz Schäfer, Irmgard Straub und Robert Fell.

Nach der Rückkehr kamen in der Nüdlinger Pfarrkirche weitere Ehrungen hinzu, für vierzehnmalige Wallfahrt und für siebenmalige Wallfahrt.