Sie sind eine bunt zusammengewürfelte Truppe aus ganz Unterfranken. Ihre Gemeinsamkeit ist die Musik. Ihre Besonderheit ist das Alter. Und so wurde ihr Name zum Wegweiser: Unterfränkisches Seniorenblasorchester des Nordbayerischen Musikbundes. Dieses Jahr feiern die Musiker ihren 25. Geburtstag in Gemeinschaft. Und natürlich sind sie demnächst auch beim Deutschen Musiktreffen 60 plus vom 16. bis 18.
September in Bad Kissingen wieder dabei.


Otto Zeier stand vorne dran

Vor 25 Jahren wurde dieses Ensemble gegründet, und zwar in der Musikakademie Hammelburg. Vier leidenschaftliche Musiker waren Vorreiter: Otto Zeier aus Hammelburg, damals Vizepräsident des Nordbayerischen Musikbundes. Toni Dillenkofer, 1991 Direktor der Musikakademie. Edgar Rudloff aus Bergrheinfeld und Hermann Deußer aus Gerbrunn, der Bezirksvorsitzende von Unterfranken und sein Stellvertreter.

Fürs Musizieren braucht man Kraft, Ausdauer und Kondition. Das lässt aber mit zunehmendem Alter merklich nach. Und das war der Grund für die vier Initiatoren, Musikern ein Podium zu geben, denen die üblichen Proben und Auftritte in den heimatlichen Stammorchestern zu viel geworden waren. Im Unterfränkischen Seniorenblasorchester fanden die "Oldies" genau die richtige Plattform.


40 Musikbegeisterte

Die erste Probe fand im Jahr 1991 mit 15 Musikern in der Hammelburger Musikakademie statt, blickt Rudloff auf die Anfänge zurück. Er ist für die Organisation des Orchesters zuständig und mittlerweile zum Ehrenmitglied des Nordbayerischen Musikbundes ernannt. Heute spielen 40 Musikbegeisterte im Seniorenblasorchester mit, darunter vier Frauen. 21 Musiker, also mehr als die Hälfte, kommen aus dem Landkreis Bad Kissingen. Die 40 Mitglieder gehören 32 unterfränkischen Vereinen an.


Stolz auf Gemeinschaftssinn

Das Durchschnittsalter beträgt 68 Jahre. Der Älteste ist 84 und spielt Flügelhorn, erzählt Winfried Breun aus Hammelburg. Auch er, der einst die Stadtkapelle Hammelburg mitbegründete, spielt mit seinen 79 Jahren im Unterfränkischen Seniorenblasorchester, und zwar die erste Trompete. Er ist besonders stolz auf den Gemeinschaftssinn seiner Musikerkollegen in diesem Orchester.


Seit zwei Jahren mit Gesang

Vor zwei Jahren, berichtet Rudloff, kam ein Gesangsduo zum Orchester, nämlich das Ehepaar Helga und Helmut Öffner aus Güntersleben. Insgesamt hätten in den 25 Jahren 88 Musiker mitgewirkt, 22 von ihnen seien verstorben. Eine weitere Besonderheit ist, dass elf Dirigenten mitspielen, einige von ihnen schwingen noch aktiv den Taktstock in anderen Orchestern. Am Pult des Unterfränkischen Seniorenblasorchesters steht heute Erhard Rada aus Veitshöchheim - dort spielte er einst im Heeresmusikkorps die Soloklarinette. Rada dirigiert die "Oldies" seit dem Jahr 1999. Vor ihm schwangen Otto Zeier, Josef Toni Dillen-kofer und Alois Jonetzko den Dirigentenstab.


Weniger Auftritte, mehr Proben

Das Repertoire des Unterfränkischen Seniorenblasorchesters umfasst geistliche und konzertante Musik bis hin zu böhmisch-mährischen Melodien. Entsprechend der Idee "weniger Auftritte und somit weniger Proben" wurde das Programm ausgerichtet. Musikproben finden von März bis Juli und von Oktober bis Dezember in der Musikakademie oder im Musikheim der Stadtkapelle Hammelburg statt. Für manche bedeutet das eine längere Anreise.


Tag der Blasmusikfamilie

Rudloff schätzt die Anfahrt zu den Proben auf 25 000 Kilometer im Jahr. Die Auftritte pro Jahr halten sich mit etwa sechs Konzerten in Grenzen. Fest terminiert sind dabei die Mai-Andacht in Retzbach, das Fischfest in Veitshöchheim sowie die eigene Veranstaltung im Dezember in der Musikakademie zum Tag der "Blasmusikfamilie Unterfranken.

Einer der Höhepunkte war ihr Eröffnungskonzert beim ersten Orchestertreffen 60 plus im Jahr 2013 in Bad Kissingen mit über tausend Teilnehmern.