Als "Fahrende Musikanten" zieht eine bunt gemischte Handvoll Musiker ab und an durch die Lande, um irgendwo spontan zu musizieren. Nach der vergangenen, bisher längsten Durststrecke für öffentliches Musizieren, haben sie sich vorgenommen: Sobald die Außen-Gastronomie öffnet, mischen sie sich unters Volk und bringen die Musik zurück, nach Bad Kissingen und anderswo hin.

So machten sich die vier Musikanten Peter Schmitt und Frank Schmitt aus Steinach, Joachim Bühner aus Sandberg und Sebastian Paesold aus Poppenroth am vergangenen Samstagnachmittag auf die Suche nach Publikum und wurden fündig. Im Luitpoldpark am Brunnen vor dem Spielcasino wurden - zwischen zwei Regenschauern - für eine Stunde die Instrumente ausgepackt und zünftig aufgespielt, was von den Gästen des Lokals und zahlreichen Passanten, darunter auch Kurgäste, begeistert aufgenommen und mit dem ersten Applaus seit dem Lockdown belohnt wurde.

Während eines kurzen Schauers folgte ein Standortwechsel in die Innenstadt. Am Marktplatz wurden erneut die Instrumente gezückt und ohne Vorwarnung musiziert. Passanten und Gäste waren zunächst erstaunt und wussten nach dem ersten Lied gar nicht, wie sie reagieren sollten, berichteten die Musiker danach. Anders eine Gruppe Kinder, die spontan auf dem Marktplatz zu tanzen begann, lautstark applaudierte und "Zugabe" forderte, nach dem zweiten Lied dann zusammen mit Gästen und Passanten, die bei der Straßenmusik stehenblieben. Der Knoten war geplatzt, der musikalische Funke endlich wieder übergesprungen. Die Freude über handgemachte Live-Musik war vor allem bei den Kindern spürbar, was die Musikanten herzlich aufnahmen. "Wir Musikanten haben uns fest vorgenommen, so weiter zu machen, Freude und Frohsinn zu erzeugen und den Menschen die Musik und damit hoffentlich die Unbeschwertheit zurückzubringen - zusammen mit den Wirtsleuten und Veranstaltern. Musik ist Leben und Teil unserer Lebensart, die wir alle wieder zurück haben wollen", schreibt Frank Schmitt in seinem Bericht. red