Schlangen und der äußerst seltene Kamm-Molch machen den Windseller See bei Windheim zu einem ganz besonderen Biotop. Diese Arten bekamen die Besucher bei der letzten diesjährigen Veranstaltung in der städtischen Reihe "Oh! Wie schön ist Münnerstadt" zwar nicht zu sehen; dennoch waren sie von der Atmosphäre des Orts, wo die Veranstaltung startete, sehr angetan.

Zumindest die Enten zogen gemächlich ihre Kreise. Diese würden die Wintermonate, in denen der Weiher in der Regel zufriert, im etwas wärmeren Saaletal verbringen, erklärte Klaus Schebler, der Windheimer Ortsreferent, den Besuchern. Nach dem Auftakt in der Natur ging es in das Dorf hinein. Dort geben umfangreiche und reich bebilderte Info-Tafeln Auskunft über die Geschichte des Orts.

Gnadenbild zieht Gläubige an

Zwischen Windheimern und Gästen entspannen sich daran lebhafte Gespräche über frühere Zeiten. Anschließend spazierte man in die sehenswerte Kirche Mariä Geburt. Als Wallfahrtskirche mit dem Gnadenbild "Unserer lieben Frau von Windheim" ist sie bis heute ein Anziehungspunkt für Gläubige aus der Region.

Hier übernahm Helga Hein, die sich exzellent mit der Geschichte und der Ausstattung des Gotteshauses auskennt, die Führung. Spektakulär war der Diebstahl des Gnadenbilds aus dem 14. Jahrhundert im Jahr 1975. Doch die "Liebe Frau" wollte offenbar in Windheim bleiben, wie Hein ausführte; sie kam wieder zurück, bevor sie in die USA verkauft werden konnte. Seitdem steht das Bild alarmgesichert in einem gläsernen Schrein.

Organistin erzählt Persönliches

Die 95-jährige Adelheid Back erzählte, wie sie im Hochamt zu Peter und Paul im Jahr 1940, als 15-jähriges Mädchen, zum ersten Mal öffentlich die Orgel spielte, in Vertretung des Lehrers, der im Kriegseinsatz war. Damals hatte sie den Herrgott vergebens um eine Krankheit gebeten, weil sie sich dieser Aufgabe nicht gewachsen fühlte. Doch ihr Gebet wurde nicht erhört - mit dem glücklichen Ergebnis, dass sie bis zum heutigen Tag in Windheim die Orgel spielt und den Kirchenchor leitet.

Es gibt wohl weniges Organisten, die ihr 80-jähriges Orgeljubiläum begehen können. In diesen acht Jahrzehnten hat sie natürlich einiges erlebt. Adelheid Back gehöre zur Windheimer Kirche, wie der Altar, meinte Klaus Schebler. Selbstverständlich gab es zum Abschluss des Abends noch ein paar Kostproben ihres Könnens an der Orgel.

Die Reihe "Oh! Wie schön ist Münnerstadt" geht nun vorerst in eine Winterpause, da für Besichtigungen im Freien bald das Licht fehlt und der Besuch von Innenräumen coronabedingt schwer durchführbar ist.