Ein Highlight folgte auf das nächste bei der Tour durch Wermerichshausen am vergangenen Donnerstag. Im Rahmen der Reihe "oh!wieschönistmünnerstadt" erkundeten über 20 Teilnehmer das ehemalige Steinhauerdorf. Allein durch die Skulpturen aus dem dort gewonnenen, sehr qualitätvollen, grünlichem Sandstein fühlt man sich in diesem Stadtteil Münnerstadts wie in einem Freilichtmuseum.

Die ortsansässigen "Experten", neben Ortssprecherin Ulla Müller auch Elisabeth Lenhardt, Fridolin Weigand, Georg Seifried und einige mehr, machten jedoch deutlich, dass diese Kunstobjekte in ein sehr lebendiges Dorfleben eingebettet sind. Besonders beeindruckend ist, dass die Sanierung der historischen Gebäude und Bildwerke weitgehend aus eigener Kraft gestemmt wird, was den vollen Einsatz erfordert. Der Kommentar dazu war: "Weil es so viele fromme Wermerichshäuser gab, die vor ihrem Tod noch etwas gestiftet haben, haben wir heute so viel Arbeit, um die ganzen Denkmäler zu erhalten."

Palastartige Gestalt und Ausmaße

Die erste Überraschung erwartete die Gäste dann, nach dem Gang durch die Kirche und über den Friedhof, im Garten des ehemaligen Pfarrhauses. Sie wurden dort von der Familie Kreuzer mit Musik und einem Glas Sekt empfangen. Das Gebäude selbst erregt Staunen, zunächst durch seine palastartige Gestalt und Ausmaße, was sich aus der Rolle Wermerichshausens als Mutterpfarrei für eine Reihe benachbarter Orte erklärt. Mindestens ebenso eindrucksvoll ist jedoch die gelungene Sanierung des einst abbruchreifen Hauses, die von der Dorfgemeinschaft durchgeführt wurde. Anhand von Fotos des einstigen Zustands ließ sich nachvollziehen, was hier geleistet wurde.

Sehr idyllisch war der Spaziergang durch das Dorf hin zum nächsten Höhepunkt, dem ehemaligen Steinbruch im Besitz der Familie Schlembach. Das einst florierende Unternehmen stellte in den 1960er-Jahren den Betrieb ein, und seitdem ist aus dem einstigen Gewerbegelände ein romantischer Park geworden, mit einem Teich, der sich in der tiefen Mulde, aus der der Sandstein gewonnen wurde, gebildet hat. Die Anwesenden erhielten sogar Wetzsteine aus Wermerichshausener Sandstein, die letzten noch vorhandenen Produkte des einstigen Betriebs, geschenkt.

Exkursion auf dem Dachboden

Zum Abschluss des Rundgangs ging es in den Dachboden der Alten Schule. Dort hat Elisabeth Lenhardt in sehr liebevoller Weise eine Ausstellung zum früheren Leben in Wermerichshausen zusammengestellt, mit Möbeln, hauswirtschaftlichen und handwerklichen Gerätschaften, Kleidungsstücken und vielem mehr.

Diese sehenswerte Schau sowie zusätzlich eine kleine Ausstellung mit historischem Geschirr lässt sich auch beim Frühlingsfest am 30. Mai (Christi Himmelfahrt), ab 14 Uhr, besichtigen. Bei "oh!wieschönistmünnerstadt" geht es am Donnerstag, 6. Juni in der Alten Aula (Stenayer Platz 2) weiter, wie immer um 18.30 Uhr.