Mit einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche von Haßfurt und einem Treffen der Pilger im Pfarrheim wurden die Teilnehmer der diesjährigen Kreuzbergwallfahrt von Diakon und Wallfahrtsführer Manfred Griebel auf die Wallfahrt vom 31. August bis 5. September eingestimmt. Unter den Pilgern sind auch sehr viele aus der Region um Thundorf und Großenbrach, denn diese beiden Ortschaften sind sowohl auf dem Hin-, als auch Rückweg die Übernachtungsstationen für die mehr als 200 Pilger. In Thundorf beziehen circa 70 Wallfahrer private Quartiere, in Weichtungen rund 30. Die übrigen Wallfahrer sind im Jugendheim, der alten Schule und dem Bräustüble untergebracht, und bei schönem Wetter haben sich einige gar schon im Schlosspark aufs Ohr gelegt.

Emsiges Treiben

Am Sonntag, 31. August, wird gegen 18 Uhr auf dem Kirchplatz emsiges Treiben herrschen. Dann schickt Messner Berthold Heusinger seine Ministranten zum Ortsausgang von Stadtlauringen, der letzten Station vor Thundorf, um die zu Freunden gewordenen Wallfahrer abzuholen. Bei Glockengeläut laufen die Pilger vom Hainweg herunterkommend betend und singend in Thundorf ein und suchen das Gotteshaus auf, wie in fast allen Orten auf dem Hinweg. Vor der Kirche warten schon die Gastgeber mit ihren Autos. Acht Wallfahrer gehen zur Familie Meister, acht zur Familie Halbig, sechs zur Familie Bauernschubert, fünf zu Angelina Weisensee. Insgesamt sind es siebzehn Familien, die ein Privatquartier anbieten und die Pilger auch verköstigen. Die übrigen Wallfahrer werden ins TSV Sportheim zum Duschen gefahren und beziehen danach in einem öffentlichen Gebäude Quartier. Frühstück und Abendessen wird heuer erstmals in der neuen Festhalle eingenommen, weshalb im Jugendheim mehr Platz für Schlafmöglichkeiten ist.
In die Privatquartiere kommen die meisten Gäste schon seit 2002, als diese Wallfahrt erstmals stattfand. Verantwortlich für die Quartiere sind Sabine Kitzinger und Philipp Bauernschubert in Thundorf sowie Luitgard Lenhard in Weichtungen. Bei der Frage: "Nehmt ihr wieder Wallfahrer auf", kommt meist die Antwort: "Mir höm unner Leut, die kumme jedes Johr". Zwischen den Gastgebern und ihren Gästen sind im Laufe der Jahre echte Freundschaften entstanden: Sie schreiben sich zu Weihnachten oder aus dem Urlaub ein Kärtchen oder laden sich sogar gegenseitig zu Privatfeiern oder sonstigen Veranstaltungen ein. So wurden Irene und Philipp Bauernschubert kürzlich von ihren sechs Übernachtungsgästen in einen Biergarten nach Trossenfurt im Steigerwald eingeladen. Beim jüngsten Pfarrfest in Thundorf waren neben dem Auszeitteam, das als Dankeschön das Pfarrfest mit seiner Auszeit bereicherte, sehr viele bekannte Pilger und Freunde dabei.

Zeit für Gespräche

Christine Burkard aus Haßfurt war im vergangenen Jahr erstmals dabei und meinte: "Die Übernachtung war schöner als im Hotel", und ihre Pilgerfreundinnen Agnes Renner, Gaby Ludewig-Keller und Marianne Blenk, die alle im selben Haus untergebracht waren, stimmten zu: "Super Gastgeber - und eine hervorragende Bewirtung". Am Abend sitzen die Wallfahrer mit ihren Gastgebern auf der Terrasse oder im Wohnzimmer und erzählen sich gegenseitig aus ihrem Leben. Den Wallfahrern gefällt dieser freundliche und herzliche Empfang. Und wenn um 21.30 Uhr in der Laurentiuskirche die Lichterfeier stattfindet, bei der Diakon Manfred Griebel jedem Besucher den Segen erteilt, ist der neue Kirchenteil meist proppenvoll. So ist es für die Gastgeber am Montagfrüh um 8 Uhr eine Selbstverständlichkeit, mit den Pilgern zur Kirche zu gehen, um sie dann Richtung Kreuzberg zu verabschieden. Seit 2012 laufen die Haßfurter nicht nur die 95 Kilometer hin, sondern auch wieder zurück. Und das ist in diesem Jahr am Donnerstag, 4. September. Dann werden sie abermals in Thundorf einmarschieren.