Christine Seger ist deutlich: "Wir brauchen unser Grundstück für unsere Gewerbetätigkeit." Das sagt sie als Inhaberin der Firma Seger-Transporte auf die Nachfrage unserer Zeitung, was denn an den Gerüchten um das Fachmarktzentrum auf jhrem Areal in der Unteren Au dran sei. Denn das ist momentan ein Hauptthema in der Stadt. Als Privatperson fügt Christine Seger hinzu, dass sie einen Einkaufsmarkt außerhalb der Innenstadt prinzipiell ablehnt, egal auf welchem Grundstück er gebaut wird, weil so noch mehr Geschäftstätigkeit nach außen verlagert wird und weitere Leerstände in der Innenstadt provoziert werden. "Dann wird es für die verbliebenen Geschäfte immer schwerer." Das sei auch immer ihre Grundhaltung als Stadträtin gewesen.
Bürgermeister Helmut Blank (CSU) kennt die Gerüchte und meint, dass diese gezielt gestreut würden. Auf die Frage nach dem Verfahrensstand beim Thema Fachmarktzentrum verweist er auf Zweiten Bürgermeister Michael Kastl (CSU), der dieses Verfahren leitet.
"Ich bin der festen Überzeugung, dass das Fachmarktzentrum noch nicht gestorben ist", betont der Zweite Bürgermeister gegenüber unserer Zeitung. Und: "Eine Lösung durch Zeitablauf wird es mit mir nicht geben." Deshalb wird er das Thema in den öffentlichen Teil der nächsten Stadtratssitzung bringen.

Gemeinsam geht es weiter

Dort wird er zunächst über das Gespräch bei der Obersten Baubehörde in München informieren. Vorab sagt er nur, dass es sehr harmonisch verlaufen sei und dass die Stadt und die Regierung von Unterfranken nun gemeinschaftlich weiter arbeiten werden. "Es sind auch die Punkte angesprochen worden, bei denen es noch hakt", so Michael Kastl. Diese seien ja auch schon im Schreiben der Regierung von Unterfranken vom Februar dieses Jahres genannt worden (Alternativstandortprüfung, Anbindung an die Stadt, Auswirkungsanalyse usw.).
Michael Kastl erinnert an den Stadtratsbeschluss von 2012, nach dem der Stadt ein Gewerbegebiet ausgewiesen werden soll. Dieser Beschluss gelte noch immer. "Wir haben drei Gutachten, zusammen mit gesundem Menschenverstand sollte das doch für eine Entscheidung reichen", sagt er. Vorgaben, wie so eine Prüfung aussehen muss, gebe es nämlich nicht. Sei dieser Punkt endlich abgehakt, könne man sich dem nächsten widmen. Unter anderem stehen noch die städtebauliche Integriertheit und eine Auswirkungsanalyse auf die Innenstadt an.
Michael Kastl geht davon aus, dass die öffentliche Diskussion bei der Stadtratssitzung am Montag, 15. September, heftig werden könnte. Dann sollten sich auch die Bedenkenträger sagen, was ihnen am geplanten Fachmarktzentrum nicht gefällt. Einfach nur auf Zeit spielen, bis der Investor abspringt, komme für ihn jedenfalls nicht in Frage. Und weil er gerade dabei ist, gibt Michael Kastl gleich eine Aussage des Investors weiter: Danach haben die Vertreter der Handelsketten, die im Fachmarktzentrum eine Filiale eröffnen wollen, noch immer Interesse. "Aber sie werden langsam ungeduldig, es dauert jetzt schon zwei Jahre", fügt der Zweite Bürgermeister hinzu.
Es gehe ja auch um andere Investoren, betont er. Die Stadt müsse zeigen, dass sie in der Lage ist, so etwas aus eigener Kraft zu entwickeln.

Mögliche Ursache

Michael Kastl hat eine Vermutung, wie die Gerüchte um eine Ansiedlung eines Marktes bei der Firma Seger entstanden sein könnten. Er habe inzwischen mit mehreren Personen gesprochen und denen mitgeteilt, dass er in der nächsten Stadtratssitzung über die Alternativstandorte sprechen möchte. Möglicherweise sehen manche Menschen in dem weitläufigen Gelände der Firma durchaus eine Alternative. Christine Seger sieht das aber nicht so.