In der Bürgerversammlung im Gemeindeteil Theinfeld hatte Jagdpächter Siegfried Schmitt an den amtierenden Gemeinderat appelliert, dafür Sorge zu tragen, dass der Raubbau im Wald minimiert und eingestellt wird. Dies wollten Forstdirektor Hubert Türich und Forstamtsrat Bernhard Greiter im Anschluss so nicht stehen lassen, denn gerade das Gegenteil sei der Fall.

Um die Missverständnisse auszuräumen, trafen sich die beiden Forstexperten mit Siegfried Schmitt und dem neuen Förster Matthias Lunz im Theinfelder Wald. Im Einvernehmen wurde die Anregung von Nadelholzpflanzungen und die Kritik am Fällen des Buchenunterbaus vor Ort geklärt.

Immer noch blieb aber der Raubbau stehen. Hier versicherte Schmitt, dass er keinesfalls den Theinfelder Wald damit gemeint habe, sondern die Einschläge in einigen benachbarten Staatsforstbeständen: "Solche Situationen wollen und brauchen wir nicht." Schmitt versicherte ausdrücklich, dass seine Aussagen nichts mit der Person Greiter zu tun haben.


In vier Gemeindegebieten

Nach 28 Jahren Zuständigkeit im Gemeindewald Thundorf wechselte Forstamtsrat Bernhard Greiter zum 1. März. Sein Nachfolger Matthias Lunz wurde beim Waldtermin von Türich vorgestellt, dem die neue Forsteinrichtung als Grundlage für die künftige Bewirtschaftung dient. Der 27-jährige Forstmann, der aus dem Landkreis Neustadt/Aisch kommt, studierte in Weihenstephan Forstwirtschaft und legte nach einjähriger Anwärterzeit 2015 mit Erfolg die Forstinspektorenprüfung ab. Lunz ist zuständig für die Wälder aller Besitzarten in den vier Gemeindegebieten Oerlenbach, Rannungen, Maßbach und Thundorf.

Als Ansprechpartner berät er die Waldbesitzer zum Thema Waldumbau im Zuge des Klimawandels, der Waldbewirtschaftung und der finanziellen Fördermöglichkeiten. Sein Büro befindet sich im Rathaus von Rannungen. Dort ist er erreichbar unter Tel.: 09738/1789, Mobil: 0160/745 64 65, E-Mail: matthias.lunz@aelf-ns.bayern.de.

Laut Bestandsaufnahme des neutralen Forstsachverständigen Rupert Wolf ist der Gemeindewald 230 Hektar groß. Der Vorrat von 217 Festmetern pro Hektar ergibt 50.000 Festmeter insgesamt. Bemerkenswert sei der hohe Anteil an Eichen in den Altersklassen über 100 Jahre. Dies sei genau das Gegenteil von Raubbau, erklärte Hubert Türich. Im Vergleich zu allen anderen Wäldern der Umgebung findet sich im Thundorfer Gemeindewald ein hoher Anteil an Eiche auch in den jungen Beständen, ein Verdienst von Greiter.

Nach dem Plan ist ein jährlicher Hiebsatz von 1100 Festmeter, umgerechnet 4,8 Hektar und Jahr, liegt unter dem jährlichen Zuwachs von 6,6 Festmetern je Hektar und Jahr und ist somit genauso hoch wie der Einschlag in den vergangenen 20 Jahren. Die Aufgabe des neuen Försters wird die Fortführung der Eichennachzucht und Pflege der jungen Bestände sein, um die Eiche als die wichtigste Baumart im Gemeindewald Thundorf zu erhalten. Die Eiche sei im Hinblick auf den Klimawandel besonders gut geeignet und stabil.