Ein Monat ist seit dem verheerenden Brand im Tierheim Wannigsmühle vergangen. Inzwischen ist so etwas wie Routine eingekehrt. Die Mitarbeiter haben unheimlich viel geleistet, meist zwölf Stunden am Tag, damit die vorhandenen Tiere untergebracht und neue aufgenommen werden können, sagen Tierheimleiterin Ursula Boehm und Thomas Berghoff, Mitglied des Stiftungsvorstandes. Auch einen Arbeitseinsatz von freiwilligen Helfern hat es gegeben, wofür das Team unheimlich dankbar ist. Der Wiederaufbau der Wannigsmühle selbst, muss aber nach den heutigen Standards und Vorgaben des Veterinäramtes erfolgen. Und das können nur Fachfirmen erledigen. Deshalb helfen derzeit ausschließlich Geldspenden.

Die Angelegenheit ist nicht ganz leicht für Ursula Boehm und ihr Team. Sie sind begeistert von der Hilfsbereitschaft, die sie erfahren haben, die Teilnehmer am Arbeitseinsatz werden auch noch zu gegebener Zeit geehrt. Aber es gibt da ein kleines Problem: "Wir können nicht jedes Hilfsangebot annehmen, so leid uns das tut", sagt die Leiterin. Aber es gebe Vorgaben, die eingehalten werden müssen, da sei sich der Vorstand einig. Nun gehe es darum, so schnell wie möglich zu erreichen, dass die Wannigsmühle wieder voll arbeiten kann. Aber so flott wird das wohl nicht gehen.

Die Versicherung hat eine Brandsanierungsfirma und mehrere Gutachter beauftragt, sagt Ursula Boehm. Auch ein Brandursachenforscher sei vor Ort gewesen. Es bleibt dabei: "Wahrscheinlich war es ein Schaden an einer elektrischen Leitung." Die waren alt, genauso wie das Gebäude selbst, das eigentlich schon lange hätte saniert werden müssen. Aber dafür braucht es Geld. Die Versorgung der Schützlinge in der Wannigsmühle war nicht zuletzt dank großzügiger Spenden und Erbschaften immer sichergestellt, aber eine Sanierung kam bisher nicht in Frage.

Die Brandsicherungsfirma untersucht das, was vom Quergebäude übrig geblieben ist, auf Schadstoffe. Auch auf eine mögliche Kontaminierung durch Löschwasser wird geachtet. Das Büro des Tierheims, das im Erdgeschoss des betroffenen Gebäudes lag, haben die Mitarbeiter längst ausgeräumt. "Wenn wir gewartet hätten, wäre alles verschimmelt", ist die Tierheimleiterin überzeugt. Die ganzen Unterlagen waren durch das Löschwasser nass geworden.

Wenn die Spezialfirma abgerückt ist, wird es hoffentlich bald an den Wiederaufbau gehen. Thomas Berghoff erinnert daran, dass das Haus in den 1970er Jahren schon einmal gebrannt hatte. Danach hat der Kreistierschutzverein das Gebäude gekauft und es wurde mit zahlreichen Helfern wieder aufgebaut. Aber so etwas gehe heute gar nicht mehr. Der Wiederaufbau müsse unter strengen Kriterien erfolgen.

Im Moment kann ohnehin nicht viel gemacht werden. Ursula Boehm bittet Firmen, die später helfen wollen, sich direkt im Tierheim zu melden. Sie kann sich auch auf ihre langjährigen Partner verlassen. Als Beispiel nennt sie die Münnerstädter Firma Elektro Schlegelmilch. Bei der alten Technik im Haus wird öfter ganz dringend ein Elektriker gebraucht. "Die kommen immer sofort", sagt Ursula Boehm. Und sie haben das Tierheim vor einer Katastrophe bewahrt. Nach dem Brand gab es in der Wannigsmühle zunächst keinen Strom. Was Ursula Boehm nicht wusste: Wäre der Strom über längere Zeit weg gewesen, hätte unter Umständen der Öltank auslaufen können. Die Firma Schlegelmilch hat das Tierheim dann schnell mit Baustrom versorgt. "Wären die 8000 Liter ausgelaufen, wäre ich gegangen", sagt Ursula Boehm. Aber sie bleibt. Sie und ihr Team stehen vor großen Herausforderungen. Geldspenden können helfen, diese zu meistern.