Heute feiert Reinhold Weisensee in Thundorf seinen 90. Geburtstag und ist damit der älteste Bürger der Gemeinde. Der Jubilar wurde am 27. November 1927 als drittes Kind der Eheleute Hedwig und Eugen Weisensee geboren. Zusammen mit seinen vier Geschwistern wuchs er in der elterlichen Landwirtschaft auf und war es gewohnt schon als Junge tatkräftig mit anzupacken. Als ältester Sohn war er auch der Hoferbe. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er noch als Soldat eingezogen.

Nach der Beendigung der Volksschule besuchte er die Landwirtschaftsschule In Bad Neustadt, dort verbrachte er zwei Winter in der Obhut des aus Thundorf stammenden Stadtpfarrers Ambros Johann im Pfarrhaus. Nach dieser Ausbildung arbeitete er wieder auf dem elterlichen Hof. Am 13. Juli 1957 heiratete Reinhold Weisensee seine Ehefrau Paula geborene Saal und das Paar brachte 1958 Sohn Robert und 1960 Tochter Gerlinde zur Welt. Leider war es ihm nicht vergönnt mit seiner Paula das Fest der Diamantenen Hochzeit (60 Jahre) zu feiern, denn ca. zwei Monate vor diesem Ereignis verstarb seine geliebte Frau.


Gemeinderat von 1972 bis 1984

Der Jubilar war nicht nur ein Landwirt mit Leib und Seele, der gläubige Christ engagierte sich auch in der Dorfgemeinschaft, der Pfarrgemeinde und vor allem in kommunalpolitischen Ämtern. Weisensee gehörte dem Gemeinderat Thundorf in der Zeit von 1972 bis 1984 an. Sein Wort hatte im Gremium Gewicht, wenn es mal nicht weitergehen sollte, war sein Rat gefragt und meistens hatte er auch eine Lösung parat. Das Ehrenamt des Feldgeschworenen begleitete Weisensee von 1972 bis 2012. Bei der Verleihung des "Goldenen Senkels" bezeichnete der Leiter des Vermessungsamtes Bad Kissingen, Konrad Usleber, dies als eine außergewöhnliche Ehrung, denn es gab damals im Landkreis nur noch eine Person, die diesen "Goldenen Senkel" ebenfalls erhielt. Weisensee erinnert sich noch an die Zeit zurück, als die Werkzeuge noch der Winkelspiegel, der Fluchtstab und das Maßband waren. Zu seiner kommunalen Tätigkeit: "Ich habe die Zeit vor und nach der Gebietsreform als Gemeinderat miterlebt und auch die Flurbereinigung, es waren auch schwierige Entscheidungen dabei".

Eines seiner großen Hobbys waren Ausflüge in die nähere Umgebung von denen er immer wieder schwärmte, dabei interessierte er sich vor allem für Kirchen, Museen und sakrale Bauten. Seit dem Tod seiner Ehefrau lebt er alleine in seiner Wohnung und wird sowohl vom Sohn als auch der Tochter betreut. Nicht nur sie gratulieren ihrem Vater an seinem Ehrentag, sondern auch sieben Enkelkinder, zwei Urenkelinnen, die Kommune und die Kirchengemeinde, Freunde und Nachbarn.