Eine Smartphone-App für den Katastrophenfall und erdbebensichere Hochhäuser: Was normalerweise in das Aufgabengebiet von Experten und Wissenschaftler fällt, wurde in den vergangenen Wochen von einer Gruppe technikbegeisterter Schüler des Münnerstädter Gymnasiums überdacht.
"Nature's Fury" - Naturgewalten, lautete das Thema, mit dessen Problemen sich die Gymnasiasten im Rahmen des internationalen Wettbewerbs "First Lego League" beschäftigten. Ihr Hilfsmittel dabei: Ein selbstgebauter Roboter und Legobausteine. Jetzt reisten sie zusammen mit Physiklehrer Jürgen Hack zum Regionalentscheid nach Tauberbischofsheim, wo sie der Jury ihre Idee eines Frühwarnsystems vor Tornados und speziell ausgerüstete Schutzhäuser vorstellten.
Dabei rettete der von den Schülern selbst programmierte Roboter auf einem Parcours Menschen und Tiere und brachte Rettungsfahrzeuge an ihren Einsatzort - besser gesagt, er sollte. Beim ersten Versuch scheiterte der Roboter, auch beim zweiten blieben die Legomännchen an ihrem Platz - und damit in der Gefahrenzone.

Der Name ist Programm

Die Ironie dabei: Bereits bei den ersten Testversuchen in der Schule haben die Schüler ihn auf den Namen Chaos, den Gott der griechischen Mythologie getauft, weil er, genau wie sein Namensvetter, Unordnung und Zerstörung über den Parcours gebracht hatte.
Erst beim dritten und letzten Durchgang tat die Maschine ihre programmierte Pflicht. "Die Schüler haben sich zum Glück nicht wirklich aus der Ruhe bringen lassen", erinnert sich Jürgen Hack. Aller Ehren wert - das fand auch die Jury, die der Münnerstädter Gruppe einen Sonderpreis für ihr Durchhaltevermögen verlieh. Mit dem siebten von 16. Plätzen kehrten die Schüler zufrieden zurück.
Viel Arbeit hatte die Gruppe zu diesem Zeitpunkt schon hinter sich. Das Projekt lief neben der Schule in der Freizeit. Sogar am schulfreien Buß- und Bettag hatten sie sich zusammen mit den erfahreneren Programmierern, die im Jahr zuvor den ersten Preis nach Münnerstadt geholt hatten, am Gymnasium eingefunden, um den Ablauf nochmals zu proben. Unterstützt wurden sie bei dem Wettbewerb nicht nur aus den eigenen Reihen. Der Elternbeirat sowie private Spender und Firmen übernahmen die anfallenden Kosten von rund 300 Euro für das Equipment.