Seit 2009 baut Johann (Hans) Germann aus Thundorf in seinem Bastelkeller Klappern - er nennt sie auch auch Naturholzklappern -, die an den Kartagen das Glockengeläute ersetzen. "Ich kann zu 90 Prozent sagen, von welchem Wald das Holz stammt", so Germann: größtenteils aus dem einheimischen Wald der Gemeinde Thundorf, aber auch aus anderen Gegenden, wie aus Fahr am Main oder einer Nußbaumbohle aus Haßfurt.

Beim Bau der Klappern werden keine Mehrschichtplatten, wie Sperrholz, verwendet. Mit selbstgebauten Werkzeugen stellt der gelernte Maschinenschlosser diese in Handarbeit her, wie auch alle anderen Teile an der von ihm selbstgebauten Drechselbank, angetrieben vom Motor einer alten Waschmaschine. "Dabei ist jedes Stück ein Unikat, unbehandelt und schadstofffrei, und jede Klapper klingt anders", sagt Germann stolz. Nun hat er in zwölf Arbeitsstunden seine 100. Klapper mit einer Länge von 90 Zentimetern gebaut, die nur für kräftige und starke Jungs geeignet, aber unverkäuflich ist.

Auch für Linkshänder konstruiert

Circa sechs Stunden dauert es, bis eine normale Kastenratsche fertig ist. So nennt sich die Bauart, die mit einer Kurbel betrieben wird und einen Resonanzkörper aus Hartholz besitzt. Die Herstellung dieser Ratschen sind ein Nachbau der Klappern vom einstigen Thundorfer Wagner, Alfons Seufert, vor circa 80 Jahren. Mit seinen Klappern geht Hans Germann jedes Jahr mit seinem Enkel Felix zum Hobbybastler-Ostermarkt nach Haßfurt und bietet seine Klappern an. Wichtig ist für ihn, dass er speziell die "Glocken der Kartage" auch für Linkshänder baut.

Erstmals erwähnt wurden die Klappern 1534. Nach dem Gloria des Gründonnerstags-Gottesdienstes schweigen die Glocken, und die Klappern beziehungsweise Ratschen rufen von nun an bis zur Auferstehungsfeier in der Osternacht die Christen zum Gebet/Gottesdienst. In der Regel klappern die Kinder erst im Jahr ihrer Kommunion. Aus Personalmangel sind die Kinder auch jünger, und auch das Privileg, dass nur Ministranten mitwirken dürfen, zählt schon lange nicht mehr. Heute sind auch Mädchen, womöglich mehr als Jungen, und auch evangelische Kinder beim Klappern dabei. Die Klappern, die teilweise zum Unesco-Weltkulturerbe gehören, baut Johann Germann originalgetreu nach. Lediglich die Schrauben sind neuzeitlich, alle Klappern werden verleimt, was eine hohe Haltbarkeit mit sich bringt. "Eine Germann-Naturholzklapper ist nahezu unverwüstlich", so die Aussage vom Hobbykünstler. Er verkauft auch auf anderen Bastelmärkten oder nach vorheriger Terminvereinbarung, Tel.: 09724/3607 878 seine Exemplare. Auch Bestellungen sind möglich.