Entsetzt ist der Münnerstädter Walter Köth über die Dreistheit mancher Mitmenschen. Unbekannte hatten zu seinem angemeldeten Sperrmüll Lautsprecherboxen gestellt, die nicht zum Sperrmüll gehören. Und so räumten die vom Kommunalunternehmen Abfallwirtschaft des Landkreises Bad Kissingen beauftragten Männer zwar Walter Köths Sperrmüll weg, die unliebsamen Geschenke aber blieben liegen. Nun muss Walter Köth das tun, was der Besitzer eigentlich hätte tun sollen: Er muss die Boxen selbst zum Wertstoffhof bringen.


Erst spät herausgestellt

Erst spät am Abend vor der Abholung hat Walter Köth seinen Sperrmüll rausgestellt, weil es ja immer wieder vorkommt, dass andere Leute ihren Müll einfach dazustellen. Genutzt hat es ihm nichts. Walter Köth vermutet sogar, dass der Unbekannte erst in den Morgenstunden gekommen ist.


Wertstoffhof war offen

Die Münnerstädter Zent ist eine ruhige Wohngegend. Jeder kennt jeden. "Man kann ja auch einfach fragen, ob etwas dazugestellt werden kann", meint er. In diesem Fall hätte das aber nichts genutzt, denn die Boxen zählen als Elektro-Schrott, und der wurde nicht abgefahren. Der Hauseigentümer lobt die Arbeit der Männer vom Abfuhrunternehmen. "Sie haben alles sauber weggeräumt." Nur eben die Boxen nicht. Bei einem Anruf beim Kommunalunternehmen erfuhr er, dass er jetzt leider für die Boxen zuständig sei.

"Dabei hatte der Münnerstädter Wertstoffhof am Samstag geöffnet", betont Walter Köth, der den Müll nun selbst dahinbringen wird. Damit ist die Sache für ihn erledigt, obwohl er so ein Verhalten überhaupt nicht verstehen kann. Vor allem möchte er erreichen, dass andere Sperrmüllentsorger sensibilisiert werden und darauf achten, dass ihnen niemand unerlaubt etwas dazustellt.

Unverständnis äußert auch Andreas Sandwall vom Kommunalunternehmen Abfallwirtschaft. Er kann nicht verstehen, dass jemand in so einem Wohngebiet das hohe Risiko eingeht, erwischt zu werden, obwohl sich solche Sachen problemlos entsorgen lassen. "Wir bieten doch alles an und das kostenlos", betont er mit Hinweis auf die Wertstoffhöfe in Münnerstadt und Großwenkheim. "Und das Abfallwirtschaftszentrum in Wirmsthal ist jeden Tag geöffnet." Andreas Sandwall bestätigt, dass für die Boxen jetzt Walter Köth zuständig sei und vergleicht die Angelegenheit mit einer Cola-Dose, die auf das eigene Grundstück geworfen wird. Die müsse dann auch vom Besitzer weggeräumt werden. "Er ist in der Pflicht. Das ist nicht schön, ist aber so." Für den Ärger Walter Köths hat er vollstes Verständnis. Der Mitarbeiter des Kommunalunternehmens kann nur den Rat geben, Sperrmüll nicht allzu früh herauszustellen.

"Grundsätzlich handelt es sich dabei um eine illegale Müllentsorgung", sagt Stefan Haschke, Leiter der Polizeiinspektion Bad Kissingen dazu. "Wir ermitteln in solchen Fällen wegen einer Ordnungswidrigkeit", so der Erste Polizeihauptkommissar. Eine Straftat werde es dann, wenn eine Umweltgefährdung von dem illegal entsorgten Müll ausgeht (beispielsweise bei Eternitplatten). "Wir haben Sachbearbeiter, die auf solche Delikte spezialisiert sind." Stefan Haschke verrät die Details natürlich nicht, wie die Beamten vorgehen, um den Tätern auf die Schliche zu kommen. Die Erfolgsquote sei aber recht hoch. Auch er verweist auf das Problem, dass der Grundstücksbesitzer für das Beseitigen des Mülls zuständig ist. "Wenn wir den Verursacher ermittelt haben, wird es schon leichter."

Walter Köth hat sich selbst um die Boxen gekümmert. Die Polizei einschalten wollte er nicht. Beim nächsten Sperrmüll wird er aber noch ein bisschen besser aufpassen. Ganz sicher.