Zum kurzfristig in den öffentlichen Teil gesetzten Tagesordnungspunkt "Altdeponie Thundorf" waren vom Landratsamt Roland Lenhart und Werner Nöth anwesend, um über die Problematik der Altdeponie dem Gemeinderat eine Hilfestellung bei der Problemlösung zu geben. Wie Nöth erläuterte, habe die Gemeinde Thundorf von circa 1966 bis 1975 auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs in der Nähe des Ransbaches eine gemeindliche Hausmülldeponie betrieben.Danach wurden dort Erdaushub und Bauschutt abgelagert. Dies ist seit einigen Jahren aufgrund von gesetzlichen Vorgaben nicht mehr der Fall.

Das Landratsamt Bad Kissingen hat die Aufgabe, zu ermitteln, ob von der Altdeponie eine Gefahr für das Wasser, die Pflanzen oder die Menschen ausgeht. Aufgrund der derzeitigen Nutzung konnte eine Gefahr für Pflanzen und Menschen ausgeschlossen werden. Da die Deponie aber am Ransbach liegt, stellte sich für das Landratsamt Bad Kissingen die Frage, ob durch Sickerwasseraustritte an der Böschung verunreinigtes Wasser aus der ehemaligen Deponie in den Ransbach gelangen kann. Dies konnte durch Beobachtungen im Laufe der letzten Jahre ausgeschlossen werden, so Nöth.

Aushubmaterial vom Landschaftssee zum Abdichten

Weiterhin stellt sich die Frage, ob Schadstoffe aus der Deponie unmittelbar in das Grundwasser gelangen können, da diese keine entsprechende Abdichtung hat. Dieser Sachverhalt könnte nur durch aufwendige, kostenintensive Bohrungen von Grundwassermessstellen geklärt werden. Um solche Kosten zu vermeiden, schlug das Landratsamt vor, die Deponieoberfläche entsprechend abzudichten, damit ein Wasserzutritt von außen nicht mehr erfolgen kann. Dies hat zur Folge, dass eventuell in der Deponie vorhandene Schadstoffe nicht mehr in das Grundwasser gelangen können. Als Abdichtungsmittel wird deshalb vom Landratsamt vorgeschlagen, unbelastetes und für die Abdichtung geeignetes Aushubmaterial, welches beim Bau eines Landschaftssees in Theinfeld anfällt, zu verwenden

Gemeindehaushalt 2019

Zur Haushaltsvorberatung wurde dem Gemeinderat von der Kämmerei eine vorläufige Übersicht über die getätigten Investitionen 2018 und die geplanten Maßnahmen in den Jahren 2019 bis 2022 vorgelegt. In dieser Übersicht sind die im Rahmen des Gemeindehaushalts 2018 eingestellten, aber 2018 noch nicht durchgeführten beziehungsweise abgeschlossenen Maßnahmen aufgeführt. Der Schuldenstand der Gemeinde Thundorf belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 51.419,35 Euro. An Tilgungen sind für 2019 Beträge in Höhe von 20.169,35 Euro vorgesehen. Dadurch würde sich der Schuldenstand zum 31. Dezember 2019 auf 31.250 Euro verringern. Zur Übersicht über die geplanten Maßnahmen wird darauf hingewiesen, dass es sich um eine vorläufige Liste handelt, die sich in den Ansätzen im Einzelnen noch verändern kann. Der aktuelle Entwurf würde für das Haushaltsjahr 2019 mit einem Überschuss in Höhe von 326.380 Euro abschließen. Sowohl im laufenden Jahr, als auch in den Folgejahren wird nicht mit einer Kreditaufnahme gerechnet.Weil es möglich sein kann, dass verschiedene Maßnahmen noch nicht oder nicht in voller Höhe veranschlagt sind, wurde dem Gemeinderat die Möglichkeit gegeben, im Rahmen der Haushaltsberatung Ergänzungen und Anwendungen vorzunehmen. In diesem Zusammenhang sprach Klöffel die baulichen Maßnahmen am Feuerwehrhaus Theinfeld an, bei der eine Verbreiterung der Einfahrt für das neue Feuerwehrfahrzeug notwendig ist. Des weiteren wurde die restliche Straßenerschließung am Seeweg in Thundorf thematisiert. Zweite Bürgermeisterin Judith Dekant nannte die Umgehungsstraße von der Staatsstraße 2281 zum Baugebiet "Unterer Berg" in Rothhausen, verschiedene Sanierungsarbeiten am Friedhof und den Plattenbelag vor der alten Schule in Rothhausen. Gemeinderat Werner Wenzel zeigte sich als Anlieger nicht erfreut darüber, dass der Ansatz für die Wasserdruckerhöhung im Baugebiet Kutschenweg ad acta gelegt werden soll. Weiter vermisste er die Haushalts-Ansätze für den Umbau Rat- und Forsthaus.

300 Euro Zuschuss für die Bücherei

Von der katholischen öffentlichen Bücherei in Thundorf lag dem Gemeinderat ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung in Höhe von 500 Euro zur Erhaltung der Bücherei vor. Der Gemeinderat hat bereits in den vergangenen Jahren, seit 2016, die Bücherei mit einem Zuschuss in Höhe von 300 Euro unterstützt. Im Interesse der Erhaltung dieser Einrichtung wird deshalb vorgeschlagen, dem Zuwendungsantrag zu entsprechen und für das laufende Haushaltsjahr 2019 einen einmaligen, freiwilligen Zuschuss in Höhe von 300 Euro zu gewähren.

Antrag zur Kastrationspflicht für Katzen weitergeleitet

In einem Bürgerantrag wird vom Gemeinderat die Einführung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen beantragt. Im Antrag aus Rothhausen wird dokumentiert, dass seit mehreren Jahren ein deutlicher Anstieg der Katzenpopulation allgemein und auch in der Gemeinde Thundorf festzustellen ist. Bürgermeister Klöffel erteilte der Antragsstellerin Ronja Unrath das Wort. Diese erklärte detailliert die Ursache mit Begründung, dass viele Katzenbesitzer ihre Tiere als sogenannte Freigänger halten und sie nur sehr oberflächlich betreuen. Immer mehr Halter versäumen es, ihre Tiere kastrieren zu lassen, so dass diese sich unkontrolliert vermehren. Entsprechend einem vorliegenden Schreiben des Bürgerbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung ist die Zuständigkeit, den unkontrollierten Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen zu verbieten. Die Tierschützerin Unrath appellierte an den Gemeinderat, Vorreiter in Bayern für die Einführung dieser Pflichten zu sein. Der Gemeinderat beschloss, den Bürgerantrag auf Einführung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen an die zuständige Kreisverwaltungsbehörde - Landratsamt Bad Kissingen - weiterzuleiten. Ferner wurde beschlossen, die Broschüre des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz "Kastration von Katzen ist Tierschutz" an alle Haushalte in der Gemeinde zu verteilen.

Höhenschranke am gesperrten Parkplatz

Der Zuschuss zur Förderung "Digitales Klassenzimmer" für die Noch-Schule, jedoch ohne Schüler, in Rothhausen, soll anteilsmäßig nach Poppenlauer weitergeleitet werden, was beim Gemeinderat Kopfschütteln auslöste. Bürgermeister Klöffel informierte, dass in der alten Schule Rothhausen, laut der Leiterin, ein Tanzkurs der Volkshochschule (VHS) stattfinden soll. Für den Gemeinderat stellt sich die Frage, wer die Heiz-, Strom- und Reinigungskosten übernimmt. Unvernünftige Lkw-Fahrer nutzen vermehrt den gesperrten Parkplatz am Bahnhof in Rothhausen. Der Gemeinderat will dem ein Ende bereiten und eine Höhenschranke dort errichten lassen.

Antrag auf Baugenehmigung

Dem Antrag auf Baugenehmigung zur Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Garagen am Rötheweg in Rothhausen, lag bereits dem Gemeinderat in seiner Novembersitzung als Bauvoranfrage vor,und wurde vom Gremium stattgegeben. Dem Bauherrn wurde damals schon das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Auch das Landratsamt Bad Kissingen hat dem Vorhaben im Rahmen dieser Voranfrage zugestimmt. Das erneut im Plan vorgelegte Gebäude weicht gegenüber seinen Abmessungen vom Vorhaben, im Rahmen der Voranfrage, nicht ab. Das Baugrundstück wurde kürzlich vermessen und neu gebildet. Die Erschließung ist lediglich über die Straße "Rötheweg" vorhanden und wird von Seiten der Verwaltung als ausreichend erachtet. Ebenfalls sind Wasser- und Kanalanschluss, sowie die Versorgung mit Strom und Telefon noch nicht vorhanden. Mit dem Bauwerber wurde vereinbart, dass bezüglich der Erschließung ein Vertrag mit der Gemeinde abzuschließen ist, dessen wird Bürgermeister Klöffel ermächtigt. Dieser Vertrag ist Bestandteil der Baugenehmigung. Für die Gemeinde dürfen dabei keine Kosten anfallen.