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Münnerstadt
Corona

Schulbetrieb am Münnerstädter Gymnasium: Alles was zählt, ist Abstand

Die Abiturienten sind wieder zurück am Münnerstädter Schönborngymnasium. Am Montag folgt der 11. Schülerjahrgang. Für alle Beteiligten ist es eine Herausforderung mit der Situation umzugehen.
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Die Schüler halten den nötigen Abstand beim Betreten der Schule und tragen Gesichtsmasken. Plakate erinnern sie daran, dass die Coronaregeln eingehalten werden müssen. Tanja Sobisch
Die Schüler halten den nötigen Abstand beim Betreten der Schule und tragen Gesichtsmasken. Plakate erinnern sie daran, dass die Coronaregeln eingehalten werden müssen. Tanja Sobisch
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Seit dieser Woche läuft die Abiturvorbereitung für die Zwölftklässer wieder im Schulhaus. Am Schönborn-Gymnasium ist alles - den Corona-Umständen entsprechend - gut angelaufen. Die 58 Abiturienten haben sich mit der Situation gut arrangiert, ist der Eindruck von stellvertretendem Schulleiter Jens Hupfer. "Wir waren erstaunt, welche Disziplin die Schüler an den Tag legen". Auch Schulleiter Peter Rottmann lobt das reflektierte Verhalten der Abiturienten. Nachdem die erste Hürde genommen ist, wartet die nächste am kommenden Montag. Dann werden die elften Klassen dazu kommen.

Eigens für das Anlaufen des Schulbetriebs hat das Gymnasium ein Hygieneteam installiert. Das hat ein Konzept erarbeitet, das jetzt umgesetzt wird. An den Eingängen stehen Desinfektionsstationen. Abstandsbänder zeigen an, wie viel Distanz gehalten werden muss.

Die Abiturienten mussten sich daran gewöhnen, dass es vor Unterrichtsbeginn für sie kein gemütliches Treffen in den Schulhallen gibt. Wer kommt, muss zügig in sein Klassenzimmer. Die Pausen werden in den Zimmern am Platz verbracht, erläutert Jens Hupfer. Nach jeder Stunde wird gelüftet. Maskenpflicht gilt auf den Gängen und Toiletten. In den Klassenzimmern kann der Schutz abgenommen werden.

Glück ist, dass die Schule bereits in den 1960er Jahre gebaut worden ist. Denn in dieser Zeit waren die Klassenräume noch größer. Das erleichtert jetzt das Abstandhalten, auch wenn Jens Hupfer festgestellt hat, dass es immer noch schwierig genug ist.

Für die Abiturprüfungen werden die Schüler heuer auf drei Bereiche aufgeteilt. Geschrieben wird in der Aula auch in den zwei Turnhallen. Ein großes Plus sei, dass die Aula abgetrennt ist, hat Peter Rottmann festgestellt. Das erleichtere die Planung.

Guter Dinge ist Yannis Wüst, dass er auch unter den Corona-Bedingungen das Abitur ordentlich hinter sich bringt. Der Abiturient ist einer der drei Stufensprecher seines Jahrgangs und wirkt recht gelassen. Der Stoff sei ohnehin vor den Osterferien weitgehend behandelt gewesen, sagt Yannis Wüst.Maske und die geltenden Hygieneregeln empfindet er nicht als große Belastung. Mehr Sorgen macht ihm die Unsicherheit, die bleibt. Keiner kann zum momentanen Zeitpunkt sagen, ob nicht doch eine zweite Erkrankungswelle kommt und die Prüfungen doch noch stoppt. Er hofft, dass dies nicht der Fall sein wird. Die schriftlichen Prüfungen beginnen am 20. Mai, die mündlichen nach den Pfingstferien.

Auch für die Schulleitung ist diese Unsicherheit, wie es im Schulbetrieb weiter geht, der unbekannte Faktor. "Wir planen von Woche zu Woche", sagt Peter Rottmann. Hauptaugenmerk in diesen Tagen lag auf der Rückkehr der elften Klassen am 11. Mai. Im Zentrum auch hier die Abstandsregelungen. Denn für die geltenden Hygienevorschriften sind die Kurse zu groß. Also müssen sie geteilt werden. Der elfte Jahrgang wird deshalb vorerst eine Woche im Wechsel an der Schule und zuhause Unterricht haben.

Je mehr Schüler langsam zurück ins Schulhaus geholt werden, desto mehr muss danach geschaut werden, dass die Abstandsregeln in den öffentlichen Bereichen eingehalten werden. Das gilt auch für die Freistunden, die es gerade in der elften Klasse gibt. Die dürfen die Schüler erst einmal nicht mehr wie gewohnt verbringen. Nach Angaben von Jens Hupfer richtet die Schule so etwas wie beaufsichtigte Studierzeiten ein. Die Situation erfordert viel Disziplin von allen Beteiligten, weiß die Schulleitung.

Ida Hauck ist Elftklässlerin und freut sich schon darauf, die Schulkollegen wieder zu sehen. Sie ist überzeugt, dass von Schulseite alles so geregelt ist, dass sie sich gut geschützt fühlen kann. "Irgendwann muss es ja wieder losgehen", stellt sie fest. Gespannt ist sie, wie der Wechsel zwischen Präsenz- und Heimunterricht läuft.

Je mehr Schüler wieder zurück ins Schulhaus kommen, desto anspruchsvoller wird jedoch die Umsetzung der Corona-Vorgaben. Deshalb ist Oberstudiendirektor Peter Rottman froh um die vorsichtige Politik und den zeitlichen Versatz beim Wiederbeginn des Unterrichts.

Für die Abiturienten jedoch sorgt das Corona-Virus nicht nur für erschwerte oder ungewohnte Prüfungsbedingungen; es nimmt ihnen auch die Möglichkeit, diesen Lebensabschnitt so abzuschließen, wie es vorausgegangenen Generationen möglich war. Abischerz und Fußballspiel entfallen. Ihren lange geplanten Ball möchte die Abituria im Spätherbst, wenn es denn geht, nachholen, erklärt Yannis Wüst. Schulleiter Peter Rottmann spürt eine gewisse Wehmut, weil diese Rituale nicht stattfinden. Selbst für die obligatorischen Gruppenfotos der einzelnen Kurse mussten neue Möglichkeiten gesucht werden und wurden auch gefunden. Kreativität ist in dieser Zeit ebenso gefragt. Jens Hupfer ist deshalb überzeugt, dass es in irgendeiner Form eine würdige Verabschiedung geben wird.

Und nicht nur für den Abschied, auch für den Neuanfang gilt diese Kreativität. Zwischen dem 18. und 22. Mai finden die Anmeldetage für das Schönborn-Gymnasium statt. Die Neuanmeldungen laufen heuer weitgehend digital; Eltern müssen dazu nicht an die Schule kommen.

Auf der Homepage sind alle Unterlagen zu finden, und sogar ein Podcast (Hördatei) wurde eingestellt, um die Eltern und Kinder zu informieren, erläutert Jens Hupfer.