Mehrfach habe die Verwaltung bei der Regierung von Unterfranken nachgefragt, ob es für die geplante Sanierung der Tartanbahn Fördermittel gibt, sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU) bei der jüngsten Stadtratssitzung. Die Mitarbeiter hatten bis zur Sitzung keine Auskunft bekommen. "Ich habe aber zugesagt, dass die Tartanbahn in diesem Jahr saniert wird", sagte der Bürgermeister.

Er erinnerte daran, dass ursprünglich ohnehin davon ausgegangen worden war, dass es keine Förderung gibt. Später war die Verwaltung darauf gestoßen, dass möglicherweise beim Bau der Bahn Zuschüsse geflossen sind und es vielleicht auch jetzt welche geben könnte. Informationen liegen aber bis jetzt nicht vor. "Fakt ist: Wir werden es machen", betonte der Bürgermeister. Mit Fördermitteln oder ohne.

Ob inzwischen weitere Angebote für die Sanierung eingeholt wurden, wollte Stadtrat Günter Scheuring (Freie Wähler) wissen, der auch einer der drei Vorsitzenden des TSV Münnerstadt ist. Inzwischen liegen drei Angebote vor, sagte Bauamtsleiter Simon Glückert dazu.

"Gut 40 Jahre ist die Tartanbahn jetzt alt und hat entsprechend viele Schäden", sagte Günter Scheuring. Er hakte noch einmal wegen einer blauen Tartanbahn nach, dem sogenannten Olympiabelag (liegt im Olympiastadium Berlin). Die Verantwortlichen des TSV hatten sich erkundigt. Technische Vorteile gegenüber dem roten Belag habe der blaue nicht, sagte er. Günter Scheuring verwies aber auf die "hervorragenden Erfolge", die die Leichtathletik-Abteilung des TSV erzielte und damit auch Münnerstadt bekannter gemacht habe. Er verwies auch gleich auf mögliches Einsparpotenzial bei der Sanierung. Die Entwässerungsrinnen seien in einem sehr guten Zustand, man müsste nur die Abdeckungen austauschen.

Blaue Farbe kostet mehr

"Blaue Farbe wird mehr kosten", sagte der Bürgermeister dazu. Letztendlich wird der Stadtrat über die Vergabe der Arbeiten entscheiden. Michael Kastl versicherte noch einmal, dass die Tartanbahn nicht vergessen und auch ohne Fördermittel saniert wird.

Während die Stadt bei der Tartanbahn das Heft des Handelns voll in der Hand hält, ist das bei einem anderen Thema nicht der Fall: Die geplanten Stromtrassen Südlink (Gleichstromtrasse unter der Erde entlang der A 71) und P43 (Wechselstromtrasse über Freileitung). Michael Kastl verwies auf eine anstehende Video-Konferenz zu Südlink. Die Stadt werde versuchen, einen möglichst hohen Einfluss zu nehmen, bevor es ins Planfeststellungsverfahren geht.

Die Fulda-Main-Leitung P43 werde ebenfalls den Landkreis Bad Kissingen tangieren. Nach der derzeitigen Planung wird die Trasse unter anderem im Raum Hammelburg verlaufen, wo sich inzwischen Widerstand regt. Die Stadt Münnerstadt zeige sich solidarisch mit den betroffenen Kommunen. Michael Kastl betonte, dass es derzeit keine Überlegungen gebe, dass diese Trasse auch noch den Raum Münnerstadt tangiert. "Aber die Fulda-Main-Leitung steht noch am Anfang." Was nicht passieren dürfe sei, dass am Ende wegen des Widerstandes die Leitung auch noch an der Autobahn gebaut wird, weil diese und die Südlink-Trasse eh schon da sind. "Wir werden ein großes Augenmerk darauf haben, dass nicht ein Automatismus eintritt und das Ganze bei uns landet."

"Ich bin froh, dass Sie das angesprochen haben", sagte Stadtrat Leo Pfennig (Freie Wähler). Er bat den Bürgermeister, darauf zu achten, dass die P43 nicht auch noch entlang der Autobahn verläuft. "Wir halten Sie auf dem Laufenden", sagte Michael Kastl dazu.