In Münnerstadt bekannt war er als der Pater mit der lauten Stimme und der deutlichen Aussprache während der Gottesdienste in der Klosterkirche.

Geboren als viertes von sieben Kindern in Bodenrode (Obereichsfeld) besuchte er in seinem Heimatort die Volksschule. Danach bereitete er sich in Germershausen und Weiden auf das Abitur vor. Seine Ausbildung wurde unterbrochen, als er 1943 als Luftwaffenhelfer nach Nürnberg eingezogen wurde. Im 2. Weltkrieg entging er einem Erschießungs-Kommando durch das Eingreifen amerikanischer Soldaten. Dieses Erlebnis sei ausschlaggebend gewesen für sein späteres Leben, nämlich Priester zu werden, habe er immer erzählt, so sein Mitbruder Pater Dr. Arno Meyer.

1946 aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, legte er am Gymnasium in Münnerstadt sein Abitur ab und bat um Aufnahme ins Noviziat der Augustiner. Nach seiner ersten Profess 1947 begann der junge Augustiner mit seinem Studium an der theologischen Fakultät der Uni Würzburg. Nach seiner Ewigen Profess 1950 wurde er 1952 zum Priester geweiht.

Fortan war Pater Gebhard als engagierter Seelsorger unterwegs, als Kaplan in Würzburg in München, als Regens der Klosterschule Münnerstadt und in Würzburg, als Pfarrer in St. Josef Bielefeld, als Prior des Konvents in Bielefeld, als Religionslehrer, Gehörlosen-Seelsorger und Leiter des Arbeitslosen-Zentrums. 1987 wurde der Pater zum ersten Mal Prior des Münnerstädter Konvents St. Michael. Von 1991 an bis zu seinem Tod trat er als Postulator der Augustiner-Provinz für die Selig-Sprechung von Pater Pius Keller und Pater Klemens Fuhl ein.

1995 folgte er dem Ruf zum Wallfahrts-Seelsorger nach Walldürn. Im hohen Alter von 85 Jahren übernahm er noch einmal das verantwortungsvolle Amt des Priors in St. Michael, in Münnerstadt, das er bis zu seinem Tod begleitete.

"Was Pater Gebhard tat, tat er mit vollem Engagement sein Leben lang", schreibt Provinzial Pater Alfons Tony OSA in einem Brief an den Subprior des Konvents St. Michael in Münnerstadt, Pater Dr. Arno Meyer. Theologisch hoch gebildet und interessiert an den Menschen, ihren Fragen, Sorgen und Nöten sei der Verstorbene aufgeschlossen bis zuletzt gewesen. Ihm zuzuhören sei spannend und immer lehr- und aufschlussreich gewesen, sagt Pater Arno.

Das Requiem findet statt am Dienstag, 10. Dezember 2013 um 14 Uhr in der Klosterkirche, anschließend die Beisetzung im Münnerstädter Friedhof