Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will die Stadt Münnerstadt. Die kommunalen Wanderwege sollen durch eine Neukonzeptionierung an Attraktivität für Gäste, Einheimische und Wanderer gewinnen und gleichzeitig soll der Bautrupp entlastet werden. Dem stimmte der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend einhellig zu, die Verwaltung wird noch prüfen, ob ein Wanderweg verändert wird.

Auf dem Stadtgebiet von Münnerstadt verlaufen derzeit acht Rhönrundwege mit einer Gesamtlänge von 80,7 Kilometer. Die Pflege dieser Wanderwege liegt in den Händen des städtischen Bautrupps, der ohnehin schon ein riesiges Aufgabenfeld hat.

Nach Gesprächen mit der zuständigen Kreisverwaltung des Landratsamtes Bad Kissingen wurde signalisiert, dass die Pflege der Rhönrundwege auf dem Stadtgebiet zukünftig an den Aufgabenbereich des Landkreises bzw. des des Naturparks Rhön fällt. Dafür allerdings sind einige Anpassungen notwendig. Die haben die Kreativkraft für Stadtmarketing und Tourismus, Kilian Düring, Bürgermeister Michael Kastl (CSU) zusammen mit den zuständigen Referenten im Stadtrat Fabian Nöth (Neue Wege), Rosina Eckert (Forum Aktiv), Michaela Wedemann (CSU), Leo Pfennig (Freie Wähler) und Klaus Schebler (Neue Wege) erarbeitet.

Bei der Stadtratssitzung am Montag dankte 2. Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler) den Referenten für ihr Engagement. Von den acht städtischen Wanderwegen mit einer Länge von 80,7 Kilometer bleiben vier mit einer Länge von 40,1 Kilometer übrig. Die werden, so sind sich die Verantwortlichen sicher, durch die neue Pflege wesentlich attraktiver.

Der Rhön-Rundweg 1 vom Oberen Tor über das Maital, Bushaltestelle Thoraxzentrum und wieder hinunter zur Stadt bleibt unverändert bestehen. Der Rhönrundweg 2 vom Parkplatz Oberes Tor über die kleine und große Windsburg, Reichenbach und Burghäuser Blick sowie Michelskirche und zurück zur Stadt entfällt komplett, das er größtenteils parallel auf der Extratour Michelsberg verläuft.

Diskussionen gab es bei der geplanten Kürzung des Rhön-Rundweges 3 (Münnerstadt, Althausen, Wermerichshausen, Kleinwenkheim, Maria Bildhausen, Fridritt). Dieser soll künftig statt 21,6 Kilometer nur noch 13,6 Kilometer lang sein, weil zu lange Wege unattraktiv seien. (Münnerstadt, Althausen und Brünn fallen weg). Arno Schlembach (CSU) fand, dass Wanderwege auch Rastmöglichkeiten bieten sollten und führte den Biergarten der Gaststätte Sotier in Großwenkheim ins Feld. Der Weg sollte also künftig über Großwenkheim führen. Man könne prüfen, ob das machbar ist, meinte Kilian Düring dazu, gab aber zu bedenken: "Wir müssen aufpassen, dass die Wege nicht zu lang werden." Leo Pfennig merkte noch an, dass es ja gelungen sei, Großwenkheim und Kleinwenkheim ins Radwegenetz der NES-Allianz zu integrieren, wodurch ja auch Leute in die Ortschaften kommen.

Andreas Trägner schlug vor, den Beschluss wie geplant zu fällen und zusätzlich die Verwaltung zu beauftragen, die von Arno Schlembach favorisierte Verlängerung einzuarbeiten.

Die Rhönrundweg 4 (Münnerstadt, Althausen, Brünn, Wannigsmühle, Fridritt und zurück) bleibt unverändert bestehen. Die Wege 5 (Tal, Hainturm, Talhof), 6 (Talkirche, Dippachquelle) und 7 (Wacholderwanderweg) entfallen. Statt dessen ist eine Extratour des Hochrhöners geplant, die meisten Wanderziele der drei Rundwege zusammenfasst. Rhönrundweg 8 (Wiesenwanderweg) bleibt unverändert bestehen.

Die Neukonzeption sei ein großer Fortschritt für Münnerstadt, sagte Andreas Trägner. Im Jahr 2010 sei der Stadt schon einmal angeboten worden, die Pflege der Wege zu übernehmen, aber damals wollte die Kommune sie in eigner Hand behalten. Aber jetzt sei es an der Zeit. "Es gibt auch noch Wege, die von uns unterhalten werden müssen, aber die sind nicht auf der Karte oder nur teilweise", sagte er in Bezug auf weitere Wanderwege im Stadtgebiet. Das Votum fiel einstimmig für die Neukonzeption.