Für die Hunde, die im Tierheim Wannigsmühle betreut werden, brechen bald besser Zeiten an. Das alte Hundehaus, das längst nicht mehr zeitgemäß war, wurde jetzt abgebrochen und wird nun durch eine dreiteilige Hundehaus-Anlage ersetzt. "Hier entsteht ein Platz für in Not geratene Tiere", betonte Tierheimleiterin Ursula Boehm bei der offiziellen Grundsteinlegung. Sie verwies darauf, dass damit auch in Not geratenen Menschen geholfen wird, wenn die sich beispielsweise nicht mehr um ihre Tiere kümmern können, weil sie krank geworden sind oder sich das Futter nicht mehr leisten können. Das Tierheim Wannigsmühle gehe mit diesem Neubau den richtigen Schritt, es sei für die Tiere und die Menschen da, so die Leiterin.

Der Abriss des maroden Hundehauses und die Errichtung der neuen Anlage ist schon seit längerer Zeit geplant und hat mit dem Brand im Juni dieses Jahres nichts zu tun. Die Mittel sind bereits seit einiger Zeit angespart worden. Die Spendenaktion nach dem Brand des Katzenhauses wirkt sich aber auch positiv auf den Neubau des Hundehauses aus. Knapp zwei Drittel der Kosten in Höhe von 770 000 Euro hatte das Team bereits angespart, der Rest sollte über Kredite finanziert werden. Dank der enormen Spendenbereitschaft ist dies nun nicht mehr nötig, das Tierheim kann sich die Zinsen sparen.

Unterstützung zugesagt

"Ich freue mich, dass ich dabei sein darf", sagte Münnerstadts Bürgermeister Michael Kastl. Er habe das Tierheim und Ursula Boehm in der Brandnacht kennengelernt. Die Stadt habe sich danach auf verschiedene Weise einbringen können. Beispielsweise hatte sich herausgestellt, dass ein kleiner Teil des Areals vom Hundehaus der Stadt gehört. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Mühlgraben. Das Grundstück geht jetzt an die Tierheimstiftung. Nach dem Brand habe Ursula Boehm mit ihren Mitstreitern die Aufgaben hervorragend gemeistert, lobte der Bürgermeister. Die Stadt mit ihren beschränkten Mitteln werde das Tierheim unterstützen, wo sie könne.

Das neue Hundehaus sei der erste Schritt zu einem zukunftsweisenden Tierheim, sagte Landrat Thomas Bold (Bad Kissingen). Wenn schon eine Katastrophe passiert, dann sollte man das Beste daraus machen. "Wir wissen, was wir an der Wannigsmühle haben", betonte er. Das Team leiste als Auffangstation,die die Tiere dann weitergibt, einen ganz wichtigen Beitrag. Er wünschte dem Team der Wannigsmühle weiterhin viel Erfolg.

"Wir kennen alle die Hintergründe", sagte der stellvertretende Landrat Bruno Altrichter (Rhön-Grabfeld) Umso mehr freue er sich, dass die Mitarbeiter aus der problematischen Situation nach dem Brand mit Optimismus die Dinge wieder angehen.

"Wertschätzung ist wichtig", betonte er. Heute werde ein Fundament für die Zukunft der Wannigsmühle gelegt. Weitere Vorhaben werden folgen. Er wünschte gutes Gelingen.

Ursula Boehm hob ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervor, die unter Bedingungen arbeiten müssen, die alles andere als einfach seien. Das Team habe sich einen Beifall verdient, betonte sie.

Vor zehn Jahren habe sie beinahe einen Hund aus der Wannigsmühle genommen, sagte Stefanie Riedel, Inhaberin der bauausführenden Firma Riedel Bau. Die Hunde werden sich in dem neuen Bau Wohl fühlen, ist sie sich sicher. Stefanie Riedel bedankte sich für den Auftrag und hatte ein kleines Geschenk mitgebracht. Weil der Weg unterhalb der Wannigsmühle sehr schlammig ist, wird die Firma ihn befestigen.

Rohbau bald fertig

Am Montag, 22. November, werden die ersten Fertigteile geliefert, dann gehe es ganz schnell, sagte Architekt Herbert Osel. Innerhalb von zwei Wochen stehe der Rohbau. Die Planung für das Hundehaus habe er schon seit 2018 in der Schublade. Er dankte der Stadt und dem Landkreis. "So schnell habe ich noch nie eine Baugenehmigung bekommen." Herbert Osel geht davon aus, dass das Hundehaus im Februar fertig wird und möchte dann mit dem 2. Bauabschnitt, dem neuen Katzenhaus, beginnen.