Alles im Lot am Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium in Münnerstadt. Sämtliche Schulstunden sind abgedeckt. Auch die Schulleitung ist wieder komplett. Für Dr. Kerstin Vonderau, die als Leiterin ans Rhön-Gymnasium in Bad Neustadt gegangen ist, unterstützt nun Jens Hupfer als Ständiger Stellvertreter des Schulleiters den Chef des Hauses, Joachim Schwigon. Der Schwebheimer war die letzten elf Jahre am Friedrich-List-Gymnasium in Gemünden gewesen. Von Anfang an hat er sich wohl in Münnerstadt gefühlt. "Es fällt einem wirklich nicht schwer, sich hier einzugewöhnen."

Der Studiendirektor unterrichtet Wirtschaft und Recht sowie Geografie. Bereits in Gemünden war er in der erweiterten Schulleitung tätig, weiß, was wo gebraucht wird. "Ich bin begeistert davon, wie schnell sich Herr Hupfer eingearbeitet hat", lobt der Schulleiter. Seine Schwerpunkte will er in der Verwaltung und der Technik setzen, besonders auf die Digitalisierung. "Wir müssen in diesem Bereich in der Gegenwart ankommen", meint der neue Stellvertreter und Joachim Schwigon stimmt dem voll und ganz zu. Froh ist Jens Hupfer darüber, dass er an eine generalsanierte Schule gekommen ist. Es gibt zwar noch ein paar kleinere Mängel, aber die seien bereits dem Landkreis als Sachaufwandsträger mitgeteilt worden.


Ganztags als wichtiges Standbein

Neu für ihn ist allerdings der gebundene Ganztagsbereich (mit Nachmittagsunterricht), der am Schönborn-Gymnasium ein ganz wichtiges Standbein ist. Er findet es richtig, dass die Schule auf diesen Zweig gesetzt hat. Drei 5. Klassen sind im neuen Schuljahr gebildet worden, zwei davon im Ganztagsbereich. Mit 239 Schülerinnen und Schülern der 5. bis 10. Klassen sind mehr als die Hälfte im Ganztagsbereich, informiert Joachim Schwigon. Dank des Fördervereins kümmern sich acht Frauen und ein Mann im Ganztagsbereich um die Mittagsbetreuung, fügt er hinzu.

Aber das Gymnasium stand und steht auch vor Herausforderungen. Kurz vor Schulbeginn war eine Lehrkraft abgesprungen, die ein paar Stunden unterrichten sollte. Daraufhin haben andere Lehrer des Fachbereichs ihre Teilzeit aufgestockt. Joachim Schwigon freut sich sehr über die Flexibilität der Kollegen.


Raumkonzept für achtjähriges Gymnasium

Als Herausforderung sieht er auch den neuen Lehrplan an, der mittlerweile in den 5. Klassen angekommen ist. Gleichzeitig sind diese Schülerinnen und Schüler die ersten, die wieder neun Jahre am Gymnasium unterrichtet werden, was sich auch auf den Ganztagsbereich auswirken wird. Da laufen derzeit die Planungen, beim nächsten "Tag der offenen Tür" im März nächsten Jahres wird das neue Konzept den Eltern der nächsten Fünfklässer vorgestellt.
Zu klären sein wird auch, inwieweit sich Raumprobleme im Gymnasium selbst ergeben, denn künftig werden durch die 13. Jahrgangsstufe wohl drei Klassen mehr untergebracht werden müssen, das Raumkonzept war bei der Generalsanierung auf ein achtjähriges Gymnasium ausgerichtet.
Im Studienseminar St. Josef, wo die Schülerinnen und Schüler über Mittag betreut werden, stehen genügend Räume zur Verfügung. Jede Jahrgangsstufe hat einen eigenen Gruppenraum, hinzu kommen die Zimmer, in denen sie kochen, schneidern, Sport treiben oder Musik machen können. Lediglich der Außenbereich, wo die Kinder sich bewegen oder einfach nur einmal zurückziehen konnten, ist durch die Bauarbeiten am neuen BBZ derzeit sehr eingeschränkt.

Positiv: "Hier gibt es ein sehr ausgeprägtes Wahlunterrichtsprogramm", hat Jens Hupfer festgestellt. Bigband, Chöre, Theatergruppen - das alles wird wieder angeboten. Und noch viel mehr. Auch Selbstverteidigung gehört dazu.