Gudrun Schuster war immer eine Frau, die ihren Standpunkt als Stadträtin und Seniorenreferentin des Stadtrates zu ihrer aktiven Zeit engagiert und energisch vertreten hat. Dass die Stadt Belange älterer Mitmenschen in der Stadtplanung und -entwicklung berücksichtig, ist ihr heute noch, wo sie jetzt selbst zum Kreis der Senioren zählt, ein wichtiges Anliegen. Deshalb bemängelt sie, dass der Seniorenbeirat, ein ehrenamtliches städtisches Gremium, seit Jahren nicht mehr von der Stadt einberufen wurde. Jetzt setzt sie sich dafür ein, dass wieder ein stätischer Seniorenbeirat installiert wird.

Gudrun Schuster erinnert sich noch genau an das letzte Treffen des Gremiums. Das war Ende Juli 2014, also zu Beginn der letzten, im Frühjahr abgelaufenen Legislaturperiode. Im Sommer 2014 habe die Stadt zum Treffen eingeladen, um den neugestalteten Stenayer Platz gewissermaßen einzuweihen. Seitdem sei Funkstille, bedauert Gudrun Schuster.

Viele Anregungen

Ihre Hoffnungen setzt die 85-jährige jetzt in Bürgermeister Michael Kastl und den Seniorenreferenten Burkard Schodorf. Denn das Gremium hält sie für wichtig in einer Stadt, in der es viele ältere Mitbürger gibt. Sie erinnert dabei auch an die drei Altenheime im gesamten Stadtgebiet, aber auch an die Einrichtungen des Dominikus-Ringeisenwerkes in Münnerstadt und Maria Bildhausen.

"Der Seniorenbeirat hat in der Vergangenheit vieles angeregt", betont Gudrun Schuster. Wichtige Verbesserungen in der Stadt der vergangenen Jahre seien bereits ab Mitte der 1990er Jahre vom Seniorenbeirat angeregt worden. Für Gudrun Schuster unvergessen ist eine Zusammenkunft des Gremiums, bei welcher der damalige Bürgermeister Eugen Albert Platz in einem Rollstuhl nahm, um selbst zu spüren, wie unerreichbar die Alte Aula am Stenayer Platz für Rollstuhlfahrer war. Zwischenzeitlich gibt es dort einen Aufzug. Für Gudrun Schuster ist das auch ein Erfolg des Seniorenbeirates. Ebenso die in jüngster Zeit entstandenen Rollatorwege in der Altstadt seien ein Wunsch gewesen, den der Seniorenbeirat schon immer geäußert habe.

"Ich begrüße den Vorschlag von Gudrun Schuster", betont Bürgermeister Michael Kastl. Er nennt den Seniorenbeirat "sinnvoll". Die Einberufung des Gremiums stehe auf seiner Agenda, sei aber coronabedingt noch nicht erfolgt. Wenn sich die Situation weiter entspannt, will er den Seniorenbeirat zu neuem Leben erwecken.

Positiv wird die Initiative in der Carl-von-Hess´schen Stiftung gesehen, die im Stadtzentrum zwei Seniorenheime betreibt. "Das wäre eine gute Sache", betont Dagmar Schierling, Heimleiterin im Juliusspital. Der Seniorenbeirat könne dann beispielsweise auch einmal ins Haus kommen und aus erster Hand erfahren, welche Wünsche die Bewohner der Senioreneinrichtung an die Stadt haben. Das Gremium sieht sie deshalb als zusätzlichen Ansprechpartner.