Mit seinem Gang zur Rechtsaufsichtsbehörde im Landratsamt hatte Stadtrat Klaus Schebler (Neue Wege) die Umsetzung des Bürgerentscheids über den Abriss des Hallenbades voranbringen wollen. Erreicht hat er nun das Gegenteil. "Wir stehen unter Beobachtung", sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU) bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. In dieser Situation dürfe sich die Stadt erst recht keinen Fehler erlauben. Aber genau den würde sie machen, wenn sie jetzt die Abrissarbeiten vergeben würde. Denn der Bürgerentscheid beinhaltete eine Neugestaltung der Freifläche nach dem Abriss des Hallenbades gemäß des vom Stadtrat beschlossenen Sanierungskonzeptes. Das Konzept, das jetzt bei der Regierung liegt, unterscheidet sich aber vom beschlossenen. Mehr noch: Der Stadtrat kennt die Planung überhaupt nicht.

Die Kosten für den Hallenbadabriss wollte der Stadtrat mehrheitlich aus dem Haushalt nehmen, das Gebäude erst einmal stehen lassen. Das war ein stiller Kompromiss in einer emotional aufgeladenen Angelegenheit, die über ein Jahrzehnt für Unfrieden gesorgt hatte. Die Stadt ist zwar verpflichtet, den Bürgerwillen umzusetzen, aber bisher liegt kein Förderbescheid von der Regierung vor. Nachdem Klaus Schebler die Rechtsaufsicht eingeschaltet hatte, nahm der Stadtrat den Abriss in die Finanzplanung für das Jahr 2021 auf. Michael Kastl betonte bei der Stadtratssitzung am 20 Juli, "dass die Stadt Münnerstadt ihre Probleme aus meiner Sicht nur selbst lösen kann". Damit kritisierte er deutlich, dass Klaus Schebler die Rechtsaufsicht angerufen hatte. Damals kündigte er an, dass es noch mehr Probleme mit dem Abriss gebe, über die er am letzten Montag im nicht öffentlichen Teil der Bauausschuss-Sitzung berichten wollte.