Was lange währt, wird gut. Im Falle des vom Stadtrat vor vier Jahren in Auftrag gegeben Gutachtens über die Organisation des Münnerstädter Bauhofs trifft dieses alte Sprichwort ganz sicher zu. Im öffentlichen Teil der jüngsten Stadtratssitzung stellte Bernd Utzmann vom Kommunalen Bayerischen Prüfungsverband die Vorgehensweise vor, das Ergebnis nannte er dann im nichtöffentlichen Teil (Personalangelegenheiten). "Ich kann so viel verraten", nahm Bürgermeister Michaels Kastl das Ergebnis vorweg. Die Empfehlung laute, dass der Bauhof eine Planstelle mehr bekommen würde. Dieser Empfehlung folgte der Stadtrat dann im nichtöffentlichen Teil auch einstimmig, wie der Bürgermeister am Dienstag informierte.

Sitzungen ausgefallen

Die Dinge hatten sich zuletzt ein wenig überschlagen. Wegen der Quarantäne des Bürgermeisters und Verwaltungsangestellter, waren zwei Sitzungen ausgefallen. Dadurch hat sich auch die Vorstellung des Bauhofgutachtens verzögert. Die Verwaltung brauchte nun aber dringend einen Beschluss des Stadtrats, weil der Stellenplan ja Bestandteil des städtischen Haushalts ist. Und der soll demnächst für das nächste Jahr beschlossen werden.

Die Mitarbeiter waren am Nachmittag informiert worden, sagte der Bürgermeister am Montagabend. "Es ist ein Gebot des Anstandes, dass sie zuerst im Bauhof vorgestellt wird." Nun war der Stadtrat an der Reihe.

Er habe den Bauhof einschließlich Kläranlage, Wasserwerk und Forstbetrieb untersucht, sagte Bernd Utzmann. Er hat sich dabei auch die Arbeitsabläufe angesehen. Mit eingeflossen ist ebenfalls Fahrzeug- und Geräteausstattung des Bauhofs. Außerdem habe er den Mitarbeitern persönliche Gespräche angeboten, was diese auch gut genutzt hätten.

Riesiges Gebiet abzudecken

64 Kilometer kommunale Straßen samt Begleitgrün und Winterdienst, 56 Kilometer Radwege und - nicht zu unterschätzen, wie Bernd Utzmann betonte - 155 Kilometer Wirtschaftswege werden vom Bauhof betreut. Hinzu kommen ein riesigen Kanalnetz und Sonderbauwerke, wie die 28 Brücken.

Für 37 Kilometer Gewässer dritter Ordnung, sieben Hektar Grünanlagen, etliche Spiel- und Bolzplätze, neun Friedhöfe, das Abwassersystem mit Kläranlage und einer Teichanlage, eine eigene Wasserversorgung für neun Stadtteile und einen Forst mit 880 Hektar Wald - für all das ist die Stadt zuständig. "Für eine zahlenmäßig nicht große Stadt ist das ein großes Aufgabengebiet", schätzte der Organisationsberater des Prüfungsverbandes ein.

Daraus hat er dann die Jahresarbeitsstunden berechnet, wobei ein Mitarbeiter 1405 Stunden Netto im Jahr arbeitet. Was dabei herauskam, sagte er später im nichtöffentlichen Teil. Bernd Utzmann empfahl eine zügige Umsetzung der Ergebnisse. Die Stellenbemessung sei fortschreibungsfähig, sagte er.

Michael Kastl nahm dann schon einmal vorweg, dass eine Planstelle mehr gebraucht wird. Einige Empfehlungen des Gutachtens würden ja bereits umgesetzt. Als Beispiel nannte er , dass sich die Verantwortlichen zu Beginn einer Woche zusammensetzen und die Aufgaben besprechen, die anliegen.

Weil die Stadträte keinen Diskussionsbedarf sahen, ging der Bürgermeister noch auf andere Details ein. Denn das Gutachten habe auch andere Konsequenzen. So müssten die Bauhofsarbeiter die Spielplatzkontrollen intensivierten und dabei auch gleich die Abfallbehälter entleeren. Nötig seien auch mehr Sichtkontrollen der Abwasserkanäle. Würde die Stadt die derzeitig an eine Firma vergebene Pflege des Münnerstädter Friedhofs wieder selbst übernehmen, bräuchte sie weitere 1,4 Planstellen.

Empfohlen wird in dem Gutachten auch, die Stadtratspost anders zu handeln. Es sei schon untypisch, dass die von Bauhofmitarbeitern ausgefahren wird, sagte Michael Kastl. Wenn aber Einladungen zu Stadtratssitzungen mit der Post verschickt werden, müssten sie noch drei Tage vorher raus, damit die Ladungsfrist sicher gewahrt bleibt. "Wir haben jede Woche Sitzung", betonte er.

Dann müssten die Einladungen zwei Sitzungen im Voraus verschickt werden. Oder aber die Stadträte nehmen es in Kauf, wenn tatsächlich einmal eine Einladung nicht mehr ganz fristgerecht ankommt. "Wir können es ja mal probeweise machen", sagte er. Darin bestärkte ihn auch Rosina Eckert (Forum Aktiv): "Wir haben jetzt das Vertrauen".

Rosina Eckert fragte noch nach den aufgeführten 1000 Arbeitsstunden, die geringfügig Beschäftigte hauptsächlich in den Stadtteilen leisten würden. Das seien Beschäftigte, die städtische Gebäude reinigen oder Beispielsweise Schulbusaufsicht, sagte Arno Schlembach (CSU) dazu. "Wir können froh sein, dass wir diese Leute haben", bekräftigte Michael Kastl. Das sah auch Rosina Eckert so. Man müsse sich allerdings darauf einstellen, dass es weniger werden, so der Bürgermeister.

Die zusätzliche Stelle kann nach dem Stadtratsbeschluss besetzt werden. Schon kürzlich hat der Bauhof zwei neue Kräfte bekommen. Die beiden Stellen waren zuletzt nicht mehr aktiv besetzt gewesen.