Am Samstag, 24. Oktober, um 19.30 Uhr findet in der Alten Aula die Vorpremiere ihres Sprechtheaters "Bekenntnisse eines Papierfliegers" - Leben und Ansichten einer Nomadin statt. Der Vorverkauf läuft.

Wenn ein Einzelner aus der Vielzahl der Menschen heraus auf eine Bühne tritt, muss er was zu sagen haben. Jessy James LaFleur tut dies schon seit zwölf Jahren, in Deutschland und dem Rest der Welt, mit Texten, Songs und jeder Menge Begeisterung. Vor allem der Rest der Welt hat ihre Persönlichkeit nachhaltig geprägt und machte sie zu einem Papierflieger, der von unzähligen Erlebnissen und Menschen durch die Weltgeschichte geworfen wurde.

Als Belgierin in Aachen geboren, flog sie schon mit 16 Jahren davon und lebte unter anderem in Indien, Frankreich, Australien, der Türkei, Portugal und England. "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel zu erzählen", wie ein Sprichwort sagt - doch Jessy James erzählt eben nicht von Vergnügungsfahrten: Sie hat auf ihren vielen Etappen das Leben von allen Seiten betrachten können.

Sich selbst bezeichnet Jessy James als Nomadin, und sie meint damit nicht nur ihr Wandern zwischen den Ländern und Kulturen, sondern auch zwischen den Menschen und den verschiedenen Zuständen der Gesellschaft. Seit 2006 packt sie ihre Erfahrungen mal mehr, mal weniger offensichtlich in ihre Texte, die sie gleichermaßen wuchtig wie filigran auf die Bühnen der Welt stemmt.

Treffpunkt Wartehalle

Ihr neues Soloprogramm "Bekenntnisse eines Papierfliegers" ist allerdings weder Spoken-Word-Nummernrevue noch die nächste Solo-Show in Sachen Poetry Slam. Das Publikum als "verzweifelte und genervte Mitreisende", die sich im selben Schlamassel befinden, begegnet Jessy James in der Wartehalle eines Flughafens - einer dieser zeitlosen Nicht-Orte, die regelmäßig von den Nomaden dieser Welt, aber eben auch von unwissenden Pauschalurlaubern bevölkert werden. Nachdem sie einen Flug zu ihrem nächsten Auftritt verpasst hat, richtet Jessy sich darauf ein, über Nacht in dieser sterilen Transitzone ausharren zu müssen. Doch Jessy wäre nicht Jessy, wenn sie nicht davon getrieben wäre, zu erzählen und so schmelzen in einem Dialog mit dem Publikum ihre Texte und halbimprovisierten Monologe zusammen, wobei oft nicht klar ist: Was ist literarisch, was ist im Moment entstanden und ist diese Unterteilung von Gesprochenem überhaupt wichtig? Alles ist Text, und Texte können Alles bedeuten.

Große Themenvielfalt

Die Themenvielfalt des Abends ist dementsprechend groß: Das Thema der Heimatlosigkeit, das unfreiwillige Verlassen des Elternhauses, eine Postkarte an den verstorbenen Großvater finden ebenso Platz wie eine Liebeserklärung an den Spoken-Word- Künstler Gil-Scott Heron und ein Abgesang an die Eitelkeit einer ständig performativen Gesellschaft. Es wird immer wieder klar, dass zwischen der Nomadin, dem einfach-gestrickten Urlauber, genauso wie dem gelegentlichen Abenteurer keinerlei Unterschiede existieren. Die Menschen eint die gleichen Ängste, Sorgen, Träume und Ziele. Dieser Fakt zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Stück.

"Bekenntnisse eines Papierfliegers" soll somit biographisches Theater im besten Sinne werden - eine ebenso unterhaltsame wie intime Offenbarung vor einem Publikum, das nah herangelassen wird an die Biographie einer Person, die exemplarisch und doch exzeptionell hervortritt auf eine Bühne - weil sie etwas zu sagen hat.

Vorverkauf nutzen

Karten gibt es ab sofort in der Touristeninformation im Deutschordensschloss, sie können aber auch telefonisch unter 09733/ 787482 oder per Mail unter info@muennerstadt.de vorbestellt und dann im Schloss abgeholt werden. Die Veranstalter raten den Vorverkauf zu nutzen, so kann bereits entsprechend bestuhlt werden (Familien und Kleingruppen dürfen nämlich zusammensitzen). Sollten noch Karten vorhanden sein, können sie an der Abendkasse erworben werden.

Auch wenn Veranstaltungen prinzipiell wieder möglich sind, so gelten nach wie vor die Vorschriften wegen Corona. Die Alte Aula darf nur mit Maske betreten werden, am Platz kann sie dann abgenommen werden. Es gibt Desinfektionsmittel und eine Einbahnstraßen-Regelung im Gebäude. Die Plätze werden zugewiesen, der Abstand bleibt gewahrt, weswegen es nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen gibt.