Die einen lieben es, die anderen hassen es: Halloween. Ein Brauch, der sich zunächst im katholischen Irland verbreitete und durch Migration in den USA Fuß fasste. Verkleidete Kinder ziehen am Abend vor Allerheiligen durch die Straßen und sammeln Süßigkeiten. Wegen der Pandemie findet das Fest heuer nicht wie üblich statt.

Um den Kleinen dennoch eine Freude bereiten zu können, hat die Münnerstädterin Ellen Haupt sich etwas überlegt. Ihre Idee hat sie im Internet veröffentlicht: In einem Korb lässt sie die Süßigkeiten aus dem Fenster herunter. Von den Geistern und Hexen überrannt zu werden, befürchtet sie nicht: "Wir haben genug Naschzeug da", sagt sie. Etliche Beutel mit Leckereien hat sie mit der Familie vorbereitet. Zur Sicherheit trugen sie dabei Handschuhe.

"Wir haben was für euch da"

"Also, falls ihr klingeln wollt, dann haben wir etwas für euch da!", schreibt sie im Internet. Ihre Hoffnung: trotz Corona in ein paar leuchtende Kinderaugen zu blicken. "Ich liebe das ja, wenn die Kleinen klingeln und ihr Sprüchlein aufsagen." Sie findet: "Die Kids haben schon genug verzichtet. Ich will einfach, dass die Knirpse was kriegen."

In der Familie wird natürlich auch gefeiert. Es gibt gutes Essen, dazu aufs Thema bezogen gerne mal einen "Grabsteinkuchen" oder ähnliches. "Es wird schon alles so gemacht, wie es sich gehört", sagt Haupt.

Deko wechselt regelmäßig

Doch nicht nur an Halloween fällt ihr Haus auf: Die Deko wechselt regelmäßig. Nach dem Gruselfest kommt die Weihnachts-, dann Oster-, Sommer- und Herbstdekoration. Dabei ist sie sehr detailversessen. Nicht nur der Außen-, sondern auch der Innenbereich muss stimmig sein. Sogar die Gardinen tauscht Haupt aus. "Ins Schlafzimmer tu ich aber an Halloween nichts rein, ich will mich ja nicht erschrecken", scherzt sie.

Seit ihre Kinder nicht mehr zu Hause wohnen, nutzt sie das obere Stockwerk als Deko-Lager: "In einem Zimmer habe ich die Sachen für den Winter, im anderen für den Herbst, und so weiter." Die Außendeko lagert sie mittlerweile außerhalb. Ihre Leidenschaft hat Haupt von ihrer Mutter. "Die hat immer gebastelt", sagt sie. Daher ist es fast selbstverständlich, dass sie deren Grab ebenfalls schön dekoriert. "Aber nicht so übertrieben."

Drei Wochen für einen Wechsel

Für einen Deko-Wechsel braucht Haupt mindestens drei Wochen. "Meine Enkel und Kinder helfen mir natürlich dabei. Die wissen, wie viel mir das bedeutet." Die Dekoration schaut jedes Jahr anders aus. "Was man nicht kaufen kann, wird gebastelt." Dabei gehen ihr Mann, ihre Kinder oder Enkelkinder gerne zur Hand. Am liebsten ist ihr Weihnachten. "Da fangen wir Anfang November an, dann sind wir Ende November fertig."

Für ihre Hausdeko erntet sie fast ausschließlich positive Rückmeldung. Manche würden sogar extra am Haus vorbei fahren, obwohl das gar nicht auf dem eigentlichen Weg läge. Die Tochter ergänzt: "Man muss aufpassen, dass es da draußen nicht kracht. Die Autos fahren da in Schlangenlinien und Schneckentempo vorbei, um zu gucken."

Halloween während der Corona-Pandemie

Die Polizei Unterfranken appelliert aufgrund der Pandemie, an Halloween heuer nicht von Tür zu Tür zu gehen, oder Halloween-Partys zu feiern. Unnötige Kontakte sollten möglichst minimiert werden und Infektionsketten unterbrochen werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

Wer dennoch Süßigkeiten sammelt, soll auf die geltenden Regeln achten. Dies gelte sowohl für die AHA Regeln, als auch für die regional unterschiedlichen Corona-Auflagen.

Die Polizei geht in ihrer Pressemitteilung davon aus, dass wegen der Pandemie viele Türen geschlossen bleiben werden. Von Streichen sollten die Geister und Monster daher absehen. Aus einem harmlosen Streich könne schnell eine Sachbeschädigung werden, die strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann, so die Behörde.