Seit rund einem Jahr schmücken Roswitha Jelinek und Kornelia Diem die "St. Laurentius Pfarrkirche" in Thundorf. Mit viel kreativen Engagement versuchen die beiden, den Blumenschmuck auf den Jahresablauf abzustimmen. Weil diese Aufgabe für die Pfarrgemeinde zu einer kostspieligen Angelegenheit werden kann, haben Roswitha und Kornelia sich gedacht: "Wir binden zum Erntedankfest herbstliche Kränze und bieten diese zum Verkauf an." Der Reinerlös ist für den Kirchenschmuck bestimmt.


Spende statt Festpreis

Viele Stunden haben beide aufgewendet, um die Erntedankkränze zu binden. Unterstützt wurden sie von einigen Helferinnen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. "Es sind alles Unikate mit jeweils verschiedenen Blumen, Gräsern und Getreideähren", sagt Roswitha Jelinek. Was der Garten und die Natur hergaben, wurde verwendet: "Buchs, Efeu, Blätter, Hagebutten, Lampionsblumen, Zierapfel, Eichenlaub, Sanddorn, Hortensien, und vielen" Ohne festen Preis, sondern nur gegen eine Spende konnten die Kirchenbesucher einen solchen Kranz erwerben.
Das Erntedankfest wird meist am ersten Sonntag im Oktober feierlich begangen. Zu diesem Tag gibt es verschiedene und unterschiedliche Bräuche, wie das Binden einer Erntekrone oder ein Erntedankumzug. In den Kirchen werden jedoch fast überall Erntedankaltäre aufgebaut, wie in Thundorf in diesem Jahr erstmals von Roswitha Jelinek und Kornelia Diem.
"Leider ist in der heutigen Zeit der Zusammenhang zwischen der täglichen Nahrung und einer guten Ernte verloren gegangen", sagt Pfarrer i.R. Norbert Schmöger zum Thema Erntedank. Für viele sei eine Fülle von Nahrungsmitteln, erworben im Kaufhaus, selbstverständlich geworden. "Das Erntedankfest bietet die Möglichkeit, die Zusammenhänge zwischen unserem Essen und der Schöpfung wieder bewusst zu machen und Gott zu danken", sagt Schmöger.