Es sollten die vernünftigsten Varianten sein, nicht unbedingt die billigsten: Mehr als drei Stunden lang ließen sich die Ausschussmitglieder vom Architekten Professor Gunther Benkert und Wilfried Helfrich vom beauftragten Ingenieurbüro über Details der Planung informieren, fragten nach, diskutierten und stimmten schließlich mit großer Mehrheit beziehungsweise einstimmig ab. Somit ist der Weg frei für den Förderantrag, der noch Ende dieses Monats gestellt werden soll. Die Baugenehmigungsunterlagen für das knapp 25 Millionen Euro teure Projekt sollen vor den Sommerferien fertig sein. Der Baubeginn ist im nächsten Jahr vorgesehen.


Zwei Nachrichten

Es sei die größte Baumaßnahme des Landkreises seit dem Bau der Deponie in Wirmsthal, leitete Landrat Thomas Bold (CSU) das Thema ein. Er informierte über den Stand der Planungen und meinte, dass noch einige Details zu klären seien. Er hatte eine schlechte und eine gute Nachricht: Die förderfähigen Kosten steigen zwar einerseits, dafür sind aber die Kostenpauschalsätze angehoben worden, womit auf die gestiegenen Preise im Baugewerbe reagiert wird.
Kurz informierte Gunther Benkert über die Gespräche mit der Regierung von Unterfranken bezüglich des Raumprogramms. "Es ist nahezu perfekt, aber wir streben eine Punktlandung an." Für die Zufahrt während der Bauphase und später für die Anlieferung der Hackschnitzel für die Heizung, soll von der Telekom eine kleine Teilfläche abgekauft werden. Es sei bereits Zustimmung signalisiert worden. Der Architekt erläuterte noch weitere kleine Änderungen. So wird es einen großen Allwetterplatz statt zwei kleiner geben. Nachdem noch einige Nachfragen geklärt werden konnten, stellte Gunther Benkert drei verschiedene Ausführungen des Daches vor.


Edelstahl hält länger

Er selbst habe zwar noch nie schlechte Erfahrungen mit einer bituminösen Abdichtung eines Flachdaches und extensiven Dachbegrünung gemacht, man könne aber auch auf Edelstahlblech statt Bitumen zurückgreifen, so der Architekt. Weil im Landkreis mehrfach schlechte Erfahrungen mit bituminösen Abdichtungen gemacht wurden, einigten sich die Kreisräte einstimmig auf das Edelstahldach mit extensiver Begrünung. Die Mehrkosten in Höhe von rund 270 000 Euro nahmen sie in Kauf. Eine dritte Variante, eine Art flaches Walmdach, kam nicht in die nähere Erwägung. Die Entscheidung ist auch im Sinne des zweiten Bauherren, der Caritas-Schulen gGmbH, wie Thomas Bold betonte.
Ausgiebig diskutierten die Kreisräte über die Ausführung der Fassade, einigten sich auch dort auf die nach ihrer Meinung sinnvollsten und nicht billigsten Variante. So soll es, auch im Sinne der Caritas-Schulen, eine Metallfassade mit horizontalem Sonnenschutz geben. Auf Anregung von Walter Gutmann (CSU) wird noch einmal überprüft, ob die Fenster etwas kleiner ausfallen.
Über die möglichen Varianten der Heizung und der Belüftung informierte Wilfried Helfrich. Beides ist voneinander abhängig. Weil vor allem das Thema Belüftungsanlagen absolutes Neuland bei den Schulen im Landkreis ist, gab es entsprechende Nachfragen. Als Favorit stellte sich schnell eine zentrale Hybridlösung heraus. Das heißt, über drei große Lüfter auf den Treppenhäusern wird die Schule mit etwa 15 Kubikmetern Frischluft pro Stunde und Schüler versorgt. Man sollte trotzdem noch über die Fenster lüften. Für eine Vollvariante (ohne Fensterlüftung) mit 30 Kubikmeter Luft pro Schüler und Stunde müsste man den Baukörper ändern. Während sich Walter Gutmann (CSU) unter anderem wegen möglicher Begehrlichkeiten anderer Schulen gegen eine Lüftungsanlage aussprach, fand Manfred Hofmann (CSU), dass man die Vollvariante noch einmal prüfen sollte. Er hatte sich zuvor auch aus der Erfahrung heraus für einen eigenen Baukörper für die Hackschnitzelheizung ausgesprochen, für die sich die Mehrheit der Ausschuss-Mitglieder entschieden hat. Geplant ist die Heizung im Keller. Wolfgang Görner (SPD) hätte viel lieber eine Heizung über Erdwärme gesehen.


Andere mit versorgen

Mit der Hackschnitzelheizung könnte das Seniorenzentrum St. Elisabeth, aber auch weitere Gebäude im Umfeld mit versorgt werden. "Das schreit nach einer zentralen Wärmeversorgung", bekräftigte Thomas Bold. Sogar ein Lehrschwimmbad könne man anschließen, wenn die Stadt Münnerstadt im Umfeld eins baut. Es sollen Gespräche mit den Verantwortlichen aufgenommen werden. Viel Zeit bleibt aber nicht.