Am Ende gab es Applaus von den Zuschauern: Mit sieben Ja- gegen fünf Nein-Stimmen erteilte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung sein Einvernehmen zum Bauantrag für die Sanierung der Mehrzweckhalle. Dass die Halle dringend saniert werden muss, ist im Gemeinderat weitgehend unstrittig. Doch einem Teil des Gremiums schien vor allem die Finanzierung noch zu unsicher.

Viele Veränderungen geplant

Nur kurz erläuterte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) zu Beginn der Diskussion nochmals die Pläne, die schon in der Sitzung zuvor auf der Tagesordnung gewesen waren. Wesentlichster Bestandteil der Mehrzweckhalle ist und bleibt das Erdgeschoss. Der Eingangsbereich wird in Richtung Wasserturm verlegt, neue Sanitäranlagen werden angebaut, ebenso eine Bühne.

Die ursprünglich im Obergeschoss geplante Dachterrasse hatte der Gemeinderat schon Anfang Mai aus Kostengründen gestrichen. Nun ist ein Gründach mit Bewuchs vorgesehen. "Ob wir tatsächlich ein Gründach wollen, können wir immer noch entscheiden", merkte dazu der Bürgermeister an.

Kosten: 3,8 Millionen

Gemeinderat Josef Holzheimer (CSU/FW) kritisierte "wir haben erst vor zwei Stunden den Plan bekommen. Der Plan ist nicht der Baueingabeplan. Ich habe wiederholt gefordert, dass die genauen Kosten genannt werden. Ich kann das zurzeit nicht beurteilen". Fridolin Zehner konterte, "es hat sich gegenüber dem, was vorlag, nichts geändert. 3,8 Millionen Euro Kosten sind ja bekannt."

Gemeinderat Joachim Weigand (CSU/FW) wies darauf hin, dass überhaupt noch keinen Haushalt für das Jahr 2021 vorliege, "es ist nicht klar, wie das bezahlt wird". Zehner erklärte, dass durch die Finanzierung der Hallen-Sanierung die Pro-Kopf-Verschuldung auf deutlich über 1500 Euro steigen werde. Deshalb sei mit Auflagen des Landratsamtes zu rechnen, das sei klar.

Er hob hervor: "Es war von Anfang an damit zu rechnen, dass es schwierig wird." Außerdem meinte er: "Ich kann den Haushalt nicht übers Knie brechen." Kämmerer Michael Weigand wolle in der nächsten Sitzung einen ersten Vorentwurf vorlegen. Mit dem eigentlichen Haushalt sei im August zu rechnen.

Mit Förderungen ist zu rechnen

Mit einer Förderung von insgesamt 1,9 Millionen Euro aus verschiedenen Töpfen sei zu rechnen. Darin enthalten ist eine Steuerersparnis durch die Umwandlung der Halle in einen "Betrieb gewerblicher Art", denn damit kann die Gemeinde Umsatzsteuer geltend machen. Die 1,9 Millionen Euro Förderung beziehungsweise Steuervorteil seien von Anfang an klar gewesen. "Egal, wie es finanziell aussieht, bezahlen müssen wir es sowieso", sagte der Bürgermeister gleich mehrfach.

Gemeinderätin Yvonne Seufert (Bürgerliste) wollte wissen: "Warum muss der Bauantrag jetzt genehmigt werden?" Und sie schlug vor, "jetzt die Hausaufgaben machen und die restlichen Daten dann vorlegen". Holzheimer kritisierte, "ich kann nicht nachvollziehen, was Inhalt der Dinge ist" und: "Bevor ich den Antrag einreiche, muss er förderungsfähig und finanzierbar sein." Gemeinderat Oliver Leischner (Bürgerliste) forderte, die Abstimmung um zwei Wochen zu verschieben, "dann wissen wir mehr".

Erste Arbeiten beginnen im Herbst

Zehner wies jedoch darauf hin, dass die Kämmerei zuerst die Haushalte der drei Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG), der VG selbst und des Abwasserzweckverbandes bearbeiten müsse und dann der Förderantrag für die Halle an der Reihe sei.

Gegen die Vertagung der Abstimmung über den Bauantrag sprachen sich sieben Mitglieder des Gemeinderates aus, einschließlich dem Bürgermeister. Fünf waren dafür. Genau umgekehrt ging die Abstimmung über den Bauantrag selbst aus: Sieben Gemeinderäte stimmten dafür und bekamen Beifall aus dem Publikum, fünf waren gegen den Antrag. Zehner geht davon aus, dass die ersten Arbeiten für die Sanierung der Mehrzweckhalle im Herbst vergeben werden können, sagte er am Tag nach der Sitzung im Gespräch mit dieser Zeitung.