Gerade einmal rund 50 Meter ist sie lang, aber von einer großen Bedeutung für den Verkehr: die Kappengasse in der Münnerstädter Altstadt. Und sie ist vor allem eins: ziemlich kaputt. Deshalb hat die Stadt Matthias Kirchner vom Planungsbüro Bautechnik Kirchner (Oerlenbach) beauftragt, sich Gedanken über eine Neugestaltung zu machen. Zwei mögliche Varianten stellte er vor. Obwohl noch viele Dinge zu klären sind, beispielsweise ob die Kapellengasse eine Einbahnstraße wird, sind zumindest die Planungskosten in den Haushalt 2022 eingestellt worden.

Bürgermeister Michael Kastl (CSU) verwies zunächst auf den Zustand der Gasse, weswegen die Anwohner bereis Unterschriften für eine Neugestaltung gesammelt hatten. "Es ist ein sehr kurzes Stück, eignet sich sehr gut als Musterfläche und ließe sich schnell umsetzen." Wichtig ist dem Bürgermeister, dass die entsprechenden Mittel in den Haushalt eingestellt werden.

Vieles ist unbekannt

"Es ist ein ganz kurzes Stück, aber für die Stadt sehr wichtiges Stück", sagte Matthias Kirchner. "Das was ich zeige, sind allererste Gedanken, nichts Festes." Die Anwohner sollen im Laufe des Verfahrens eingebunden werden. Die 50 Meter lange Straße habe eine öffentliche Breite von rund, 7,5 Meter. "Im Untergrund sind viele Dinge unbekannt, da gibt es ganz viel zu tun."

Der bauliche Zustand sei nicht der allerbeste, es gebe Setzungen und Probleme mit der Oberflächenentwässerung. Für das Anlegen von Parkplätzen sei die Straße zu eng, gab der Planer vorweg. Und es gebe gestalterische Defizite. Auf einer Seite fehlt der Gehweg, in einem Fall treten die Bewohner eines Hauses direkt vom Hausflur auf die Straße. Außerdem müsse ein Gehweg 1,5 Meter breit sein, um tatsächlich ein Gehweg zu sein.

Detailliert führte Matthias Kirchner aus, was noch erforderlich ist und was bereits erledigt wurde. Zu klären ist beispielsweise, welche Materialien verwendet werden sollen, um den Altstadtcharakter zu stärken. Zwei mögliche Varianten stellte der Planer vor, die eins gemeinsam haben. Der Gehweg wird auf die andere Seite verlegt. Bei Variante 1 hat er einen Bordstein von 15 Zentimeter. Da, wo heute der Gehweg ist, könnten Randsteine gesetzt werden, teilweise wären Grünflächen möglich. Auf die Frage, von Rosina Eckert (Forum Aktiv), wie breit der Rand werden soll, sagte der Bürgermeister, dass das wohl auch davon abhänge, ob die Kapellengasse eine Einbahnstraße wird.

Höhengleicher Ausbau

In der zweiten Variante wird der Gehweg höhengleich mit der Straße gebaut. Möglich wäre ein sehr breites Traufpflaster auf der gegenüberliegenden Seite. Zu klären sei beispielsweise auch, welchen Asphalt man für die Straße verwendet. Es gebe dunklen, hellen und auch farbigen, der entsprechend teurer ist. Wenn die Straße hergerichtet wird, müssen auch Wasser, Kanal und Hausanschlüsse in Ordnung gebracht werden, so Matthias Kirchner. Es wird Glasfaserkabel eingebracht und die Straßenbeleuchtung angepasst. Die Baukosten belaufen sich nach einer ersten Schätzung auf etwa 220 000 Euro. "Es können auch 300 000 Euro sein", sagte er.

Michael Kastl bekräftigte noch, dass 2. Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler) sich nicht an der Diskussion beteiligen werde, weil er ein Haus an der Straße hat. Das gleiche gelte für ihn selbst, wenn es um die Kurze Gasse in Seubrigshausen geht, so der Bürgermeister.

Klaus Schebler (Neue Wege) wollte wissen, was passiert, wenn bei hellen Asphalt nach zehn Jahren wieder eine Stelle aufgemacht werden muss. "Kriegt man die Farbe hin?" Nein, lautete die Antwort von Matthias Kirchner. Aber es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn man eine neu hergerichtete Straße innerhalb der nächsten 25 Jahre wieder aufmachen müsste.

Nachdem Norbert Schreiner (Forum Aktiv) einige fachspezifische Fragen hatte, ging Leo Pfennig (Freie Wähler) auf das fehlende Stadtbodenkonzept ein, über das immer wieder einmal geredet werde. "Ich bin froh, dass wir eine Referenzfläche schaffen", betonte er. "Es ist wichtig, dass wir den ersten Schritt machen." Den Gehweg könne man aber vielleicht auf der jetzigen Seite belassen.

"Da ist noch alles möglich", meinte der Bürgermeister dazu. Wenn die Kapellengasse eine Einbahnstraße wird, seien auch mehr Grünflächen denkbar. Bei der weiteren Diskussion stellte sich heraus, dass die Planungskosten in 2022 eingestellt werden können, der Ausbau selbst im nächsten Jahr unrealistisch ist. So sah es auch Johannes Wolf (Grüne), der sich für einen höhengleichen Ausbau aussprach. Seine Fraktion hatte Bedenken zu dem Ausbau geäußert. Man müsse sich zuvor Gedanken über ein Verkehrskonzept allgemein machen, sagte er. Ein Beschluss zu diesem Thema war nicht notwendig.