Bürgermeister Michael Kastl (CSU) weiß Bescheid. Beschwerden über die Entfernung der Thujahecken in den Abteilungen A und B des Münnerstädter Friedhofs sind auch zu ihm vorgedrungen. Mitarbeiter des Bautrupps hatten kürzlich begonnen, die alten, verholzten Thujen zu entfernen. Schön waren sie nicht mehr, da waren sich die meisten Bürger einig. Wie es jetzt aussieht, finden viele Nutzer aber noch weniger schön. Die Entfernung der Thujen ist ja auch nur ein erster Schritt, dabei soll es nicht bleiben. Und es gibt durchaus auch positive Resonanz.

Antrag von drei Fraktionen

Die Aktion auf dem Friedhof geht auf Stadtratsbeschlüsse von Anfang Dezember zurück. Die Fraktionen Freie Wähler, Form Aktiv und SPD hatten den Antrag eingereicht. Sie meinten, dass die beiden Abteilungen dringend saniert werden müssten. Dafür brächte es einer professionelle Planung. Die entsprechenden Kosten sollten in den Haushalt. Gleichzeitig beantragten die drei Fraktionen, die Thujahecken schon im Winter zu entfernen, weil sie ohnehin zu groß und verholzt seien. Damit sollten die Kosten für den Pflegeaufwand gesenkt werden, weil die Pflegearbeiten auf dem Friedhof ohnehin neu ausgeschrieben werden müssen.

Die beiden Abteilungen C und D auf dem Münnerstädter Friedhof waren bereits vor einigen Jahren saniert worden, wobei die Pflanzflächen verkleinert wurden, um den Pflegeaufwand der Hinterbliebenen zu verringern. So hatten es sich die meisten Bürger gewünscht, die mit eingebunden wurden. Damals hatten der damalige Bürgermeister Helmut Blank (CSU) und Umweltreferent Klaus Schebler bewusst auf einen Planer verzichtet, um Kosten zu sparen.

Problem sind die Wurzeln

Und so hatte Klaus Schebler auch jetzt durchaus Bedenken. Man sollte die Bürger mit einbinden, fand er. Außerdem seien bei vorherigen Friedhofssanierungen Planungskosten in Höhe von 100 000 Euro genannt worden. Sein Vorschlag: In diesem Jahr die Bürgerbeteiligung starten und mit der Sanierung später ohne Planer beginnen. Auch bei den Hecken sollte man die Bürger fragen, meinte der Umweltreferent, der auch für die Friedhöfe zuständig ist.

Er rechnete zwar mit großer Zustimmung, meinte aber, dass es reiche, wenn die Hecken im Herbst entfernt werden. Der Stadtrat entschied aber mit großer Mehrheit für die Anträge der drei Fraktionen. In den Haushalt wurden 50 000 Euro eingestellt.

Der Bauhof habe auch noch andere Arbeiten, sagte jetzt der Bürgermeister zu der begonnenen Entfernung der Hecken. So weit die Mitarbeiter kommen, werden die Hecken zurückgeschnitten, der Rest wird dann im Herbst gemacht, wenn es wieder erlaubt ist. "Die eigentliche Arbeit, nämlich das Herausnehmen der Wurzeln, folge erst noch", sagt er. Michael Kastl betont, dass die Bürger bei der Neugestaltung der Abteilungen mit eingebunden werden sollen. Er geht davon aus, dass in diesem Jahr die Pläne erstellt werden und die Umsetzung im nächsten Jahr folgt.

Die Abteilungen A und B sind die letzten unsanierten Teile des Münnerstädter Friedhofs, der wegen seines Parkcharakters ausgezeichnet worden ist. In diesem Bereich, der für Erdbestattungen vorgesehen ist, gibt es extrem viele ungenutzte Grabstellen. Weil der Anteil der Urnenbestattungen rasant steigt und kaum noch Urnengräber zur Verfügung stehen, soll zumindest ein Teil des zu sanierenden Areals später dafür zur Verfügung stehen.