Beim Thema Neugestaltung des Jörgentorparks kam Stefan Schlicht ins Schwärmen. Der Sanierungsbeauftragte vom Büro Schlicht Lamprecht Architekten hob den Entwurf des Städtebaulichen Rahmenplans für den Jörgentorpark als "tolle Arbeit" hervor. "Er ist mit der Regierung abgestimmt und erarbeitet und ist damit Grundlage für den Realisierungswettbewerb."

Renommierte Büros aus Leipzig, Nürnberg und München werden sich dafür bewerben, sagte er voraus. "Der Park wird Alleinstellungsmerkmal für die ganze Region." Die Stadt habe riesengroßes Glück, dass sie diesen Plan habe. So ein großes zusammenhängendes Areal neu zu überplanen, gebe es nur selten. "Da kommen Leute von außen in den Park", ist sich Stefan Schlicht sicher. "Das ist eine einmalige Chance."

Evi Mohr vom Büro Schlicht Lamprecht Architekten hatte die Ideen zum Jörgentor gesammelt und einen Plan daraus erarbeitet. "Der ist aber nicht in Stein gemeißelt", sagte sie bei der Stadtratssitzung am Montag. Dann stellte sie die einzelnen Vorhaben im Bereich zwischen Skaterplatz und Jörgentor vor.

Dazu zählen die Erweiterung des Skaterplatzes mit Bau eines Multifunktionsspielfeldes, die Aufwertung der Bereiche unter den Brücken, die Einbeziehung der Bachläufe (Strandbereich, Sitzstufen), eine Blühwiese, ein Lehr- und Streuobstgarten, die Beleuchtung der Stadtmauer, die Integration des Dammes in die Gesamtgestaltung des Spiel- und Freizeitbereiches für mehrere Generationen und ein neuer Zugang zum Park am Jörgentor.

Dazu hat Evi Mohr eine Priorisierung der einzelnen Vorhaben erarbeitet. Danach haben ein Landschaftsplanerischer Wettbewerb zur Neugestaltung des Parks, die ein neuer Parkzugang an der Friedhofsstraße die höchste Priorität, gefolgt von der Neugestaltung des Spielbereichs, einem Beleuchtungskonzept, die Schaffung eines Zugangs zum Wasser, die Neugestaltung des Skaterplatzes, die Verbesserung der Zugänge mit Querung der Meiniger Straße und Aufwertung der Brückenbereiche. Weitere Vorhaben sollen folgen.

Es ging darum, nicht nur einen Spielplatz, sondern einen ganzen Park zu erneuern, erinnerte Bürgermeister Michael Kastl (CSU), weil das Fördermöglichkeiten eröffnet. Das Vorhaben enthalte einzelne Bausteine, die zeitlich unterschiedlich umgesetzt werden. "Am Ende soll ein konkreter Stadtpark stehen", so der Bürgermeister. Das Gute sei, dass die Planung mit der Regierung von Unterfranken und der Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen abgestimmt sei.

Evi Mohr bestätigte, dass die Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes großes Interesse daran haben, Wasser erlebbar zu machen. Einzelne Dinge, wie die Einbeziehung des Dammes in den Spielepark müssten noch konkret abgestimmt werden, weil die Funktionsfähigkeit des Dammes erhalten bleiben müsse. Prinzipiell stehe das Wasserwirtschaftsamt hinter dem Vorhaben. "Das freut mich sehr", sagte der Bürgermeister dazu.

Leo Pfennig (Freie Wähler) bestätigte der Planung gute Ansätze, er regte jedoch an, bei den vorgesehenen Blühflächen die vorhandenen Wiesentulpen mit einzubeziehen. Einen neuen Zugang, auch über die Herrengärten, begrüßte er ausdrücklich. Durch den angestrebten Wettbewerb könne man sich auf Qualität verlassen.

Stefan Schlicht bat, darum, jetzt nicht in die Details zu gehen. "Das tatsächliche Ergebnis bringt der Wettbewerb", sagte er. Klaus Schebler (Neue Wege) äußerte Bedenken wegen des Zeitplans. Er befürchtet, dass ab dem Jahr 2026 Mittel aus der Städtebauförderung wegfallen. Deshalb sollte man das Vorhaben schneller umsetzen. Michael Kastl zeigte sich aber zuversichtlich, dass Münnerstadt auch weiterhin Mittel aus der Städtebauförderung bekommt. Allerdings habe Münnerstadt sehr viele Baustellen.

Anfang nächsten Jahres könne man mit Ergebnissen aus dem Wettbewerb rechnen, sagte Stefan Schlicht. Rosina Eckert (Forum Aktiv) bat darum, er möge das von ihr mehrfach gehörte Argument entkräften, dass der Wettbewerb zu lange dauere. Das könne er mit der Qualität, die so ein Wettbewerb bringe, der auch noch gefördert werde, sagte der Planer dazu.

Oliver Jurk (CSU) hätte gerne eine grobe Kostenschätzung gehabt, aber Evi Mohr meinte, dass das ins Blaue gegriffen wäre. Leo Pfennig schließlich sagte, dass es an den Kosten für den Wettbewerb nicht scheitern solle. "Dafür bekommen wir eine hohe Qualität." Möglicherweise gebe es ja auch eine Sonderförderung. Der Planentwurf wurde einstimmig gebilligt.