Bärbel Will ist eine der Konstanten auf dem Münnerstädter Kunsthandwerkermarkt: 1988 war sie bereits bei den ersten Weihnachtsmärkten dabei. Seitdem habe sich vieles geändert: "Vor allem das Ambiente ist viel schöner geworden", sagt sie. Als vor zwölf Jahren dann der Kunsthandwerkermarkt etabliert wurde, machte sie natürlich auch mit. Die ersten Stände im Heimatspielhaus seien eine echte Herausforderung gewesen: Man habe schon alle Decken und Teppiche, die man so finden konnte, mitnehmen müssen, so kalt war es. "Und jedes Mal wenn man den Strom anschalten wollte, ist die Sicherung rausgeflogen", erinnert sich Bärbel Will.
Kein Vergleich zu heute also: Mittlerweile erstrahlt das altehrwürdige Gebäude in seinem vollen Glanz, die Technik ist auf dem neuesten Stand. "Das Konzept wurde von Anfang an gut angenommen", berichtet Bärbel Will, die heuer vom Heimatspielhaus in den Schlosshof umzog. Stolz präsentiert sie dort ihre selbstbemalten Schlittschuhe. Wichtig sei ihr dass man sich immer etwas Neues einfallen lasse. "Ich habe die Schlittschuhe gemacht, weil noch kein anderer die Idee hatte."

Viele Helfer Hand in Hand

Wer auf der Suche nach einem passenden Geschenk durch den Schlosshof und das Heimatspielhaus schlendert, dem wird klar: Mit dem Weihnachtsmarkt ist die besinnliche Zeit in Münnerstadt endgültig eingeläutet. Oliver Schikora vom Altstadtverein und Bürgermeister Helmut Blank eröffneten den Kunsthandwerkermarkt am Samstag zusammen mit dem Münnerstädter Engelchen Anna-Sophie. "Wenn die Mürschter gebraucht sind, sind sie da", freute sich Organisator Schikora über die Rekordaufbauzeit, zu der zahlreiche Vereine Hand in Hand beigetragen haben.
Auch Bürgermeister Blank war stolz, ist doch die Veranstaltung mit rund 40 Ausstellern vor idyllischer Kulisse bei vielen in und um Münnerstadt längst rot im Kalender markiert. "Der Weihnachtsmarkt ist aus dem Stadtgeschehen nicht mehr wegzudenken", sagte Blank. Er sei eine feste Größe, um Münnerstadt weiter nach außen zu vermarkten.

Kunst und Kulinarisches

Kreativ, künstlerisch, kulinarisch: wer mit offenen Augen durch das Schloss und seinen Innenhof spazierte, konnte viel Außergewöhnliches entdecken. Das Brutzeln von Bratwürsten und Klirren von Glühweintassen noch im Ohr, führte den Besucher der Weg am kerzenbeleuchteten Kirchplatz vorbei zum Heimatspielhaus, wo die Drechselbank rattert und es nach frischem Holz roch. Wer auf der Suche nach Dekoartikeln aus Holz, Wolle und Filz, detailreich gebauten Krippen oder kunstvollen Küchenutensilien war, wurde hier fündig. Am Abend heizte die Band "Luckys Good Stuff" mit Folk- und Rockklassikern ein. Den Kindern, die erschöpft vom Taschenlampenumzug entlang der Stadtmauer zurückkehrten, wärmte der Nikolaus mit vielen Süßigkeiten das Herz. Geschäftiges Treiben herrschte auch am nächsten Tag, an dem auch der Markt in der Altstadt sowie der traditionelle Mürschter Trödelmarkt lockten - mit weihnachtlichen Klängen oder Irish Folk von der Band "Whistling to the Bird".

Lob der Kultourismus-Chefin

Auf 3500 bis 4000 Besucher tippt Oliver Schikora, womit der Weihnachtsmarkt an die sehr gute letztjährige Bilanz anschließe. "Es ist schön zu sehen, dass die Arbeit so honoriert wird", freut sich Schikora, der in den vergangenen Tagen nicht nur den Weihnachtsmarkt organisiert, sondern auch beim Aufbau der neuen Münnerstädter Drogerie tatkräftig mitgeholfen hat. Er lobte die Zusammenarbeit aller Veranstalter. "Da genügt ein kurzer Anruf und alles klappt", so eingespielt seien die Vereine mittlerweile.
Dem schloss sich auch Kultourismus-Chefin Inge Bulheller an. "Der Weihnachtsmarkt ist immer eine Herausforderung", ergänzt sie. Man müsse jedes Jahr aufs Neue überlegen, was man anbietet, "damit es interessant bleibt". Gefreut haben sich aber alle - die Veranstalter und besonders die Besucher.