Seit Jahren geht die Einwohnerzahl - wie fast überall im ländlichen Raum - zurück. Dagegen müsse man dringend etwas tun, finden einige Kommunalpolitiker. "Als Antwort auf den demografischen Wandel (Geburtenrückgang und Wegzug junger Menschen in die Großstädte) schlagen die Fraktionen Forum aktiv, Freie Wähler, SPD und Stadtrat Leo Pfennig ein Förderprogramm zur Belebung der Altstadt und der Ortskerne der Stadtteile vor", heißt es in einer Pressemitteilung.


Geld in die Hand nehmen

Die Münnerstädter Altstadt sei ja bereits als Sanierungsgebiet ausgewiesen, bei den Innenorten der Stadtteile soll das noch folgen, erinnert Leo Pfennig bei einem Gespräch mit unserer Zeitung. Steuerliche Erleichterungen, die es bei der Sanierung alter Häuser gibt, seien zwar gut, "sie nützen jungen Familien aber sehr wenig", findet der fraktionslose Stadtrat. "Deshalb muss die Stadt selbst Geld in die Hand nehmen und entsprechende Fördermittel in den Haushalt einstellen." Das sei als Ergänzung zu den steuerlichen Vorteilen zu sehen.
Neben der Bauberatung sollen für junge Familien finanzielle Anreize für die Revitalisierung der Altstadt und der Ortskerne geschaffen werden. Nach Meinung der Stadträte der drei Fraktionen und Leo Pfennigs müsste die Sanierung (nicht der Kauf) von leer stehenden Gebäuden von der Stadt mit zehn Prozent gefördert werden, wobei der Höchstbetrag pro Anwesen auf 30 000 Euro begrenzt werden sollte. Um gezielt junge Familien zu unterstützen, wird nach diesem Vorschlag der Fördersatz um 2,5 Prozent je Kind erhöht, womit sich bei einer Familie mit vier Kindern ein Höchstfördersatz von 20 Prozent ergeben würde.


100 000 Euro in den Haushalt

Damit für das angestrebte Programm auch die entsprechenden Mittel da sind, werden die drei Fraktionen und Leo Pfennig den Antrag stellen, in diesem Jahr zunächst 100 000 Euro in den Haushalt einzustellen. Eine solche Summe sei trotz der allgemein bekannten Finanznot durchaus darstellbar, findet Leo Pfennig. Und außerdem: "Solche Investitionen zahlen sich mittel- bis langfristig durch höhere Einkommensteueranteile aus", ist er überzeugt. Das angestrebte Förderprogramm könne allerdings nur eine Maßnahme gegen den demografischen Wandel sein. "Weitere müssen folgen."