Bei einer eindrucksvollen Feier ist der Erweiterungsbau von Haus Winds-burg jetzt offiziell übergeben worden. Das rund 2,6 Millionen Euro teure Gebäude bietet 14 Bewohnern attraktive Einzelzimmer, verbessert aber auch wesentlich die Arbeitsbedingungen der Betreuer. Auf einen Sektempfang hatten die Organisatoren mit Rücksicht auf die Patenten mit Suchterkrankungen verzichtet, ein Saft-Empfang machte dies aber mehr als wett.

Eine große Schar von Gästen aus Politik, Geistlichkeit und Klinikpersonal des Thoraxzentrums, dem das Haus Windsburg angeschlossen ist, begrüßte Bezirkstagspräsident Erin Dotzel (CSU). "Haus Windsburg ist Hoffnung und Halt für schwer kranke Menschen", sagte er. Denn die Einrichtung des Bezirks Unterfranken wende sich an Frauen und Männer, die wegen ihres langjährigen Suchtmittelmissbrauches erhebliche Beeinträchtigungen aufweisen. Es gebe einen enormen Bedarf an solchen Einrichtungen.

Gebot der Menschlichkeit

"Der Anbau", so der Bezirkstagspräsident, "der - wenn Sie so wollen - an die ursprüngliche bestehende Bausubstanz andockt, bedeutet aber nicht nur mehr Betten, sondern er bedeutet auch mehr Funktionsräume und vor allem mehr Lebensqualität für die Bewohner von Haus Windsburg." Kranken Menschen in schwierigen Lebenslagen zu helfen sei aber nicht nur ein gesetzlicher Auftrag, es sei vor allem auch ein Gebot der Menschlichkeit. "In einer humanen Gesellschaft kommt es darauf an, dass sich die Starken um die Schwachen kümmern. Diese Maxime wird in Haus Windsburg eindrucksvoll gelebt." Erwin Dotzel dankte allen am Bau Beteiligten.

Den Erweiterungsbau im Detail stellte der Betriebsleiter des Thoraxzentrums mit Haus Windsburg, Jürgen Oswald, vor. 18 Einzelzimmer sind für die Patienten entstanden, wegen der Umnutzung ehemaliger Wohnräume in Therapiezimmer stehen aber nur 14 neue Betten zur Verfügung. Mitten in der Bauphase sei das neue Pflegewohnqualitätsgesetz gekommen, nachdem beispielsweise die Wohnfläche eines Einzelzimmers von zwölf auf 14 Quadratmeter erhöht wurde. Das sei ein Grund dafür, dass sich die Baukosten von geplanten zwei auf rund 2,6 Millionen Euro erhöht haben. "Dies wurde aus Rücklagen des Standorts bezahlt, ohne Fördermittel oder Aufnahme von Krediten. Darauf sind wir stolz", betonte Jürgen Oswald. Entstanden seien mit dem Anbau auch sechs neue Vollzeitstellen und etwa 40 Parkplätze. Neben dem Architekten dankte er vor allem dem Bauleiter vor Ort, Hubert Statt.

Ihre Einrichtung stellte Heimleiterin Annette Schubert vor. Haus Windsburg verfügt nun über 53 Plätze. Rund die Hälfte der Patienten haben Doppeldiagnosen, sind also mehrfach geschädigt. Die Einrichtung verfügt über einen Übergangsbereich und einen Langzeitbereich sowie über eine betreute Wohngruppe. Wichtigstes Ziel sei zunächst die Gewöhnung der Bewohner an einen geregelten Tagesablauf."Ein fester Wochenplan hilft dabei, alte Gewohnheiten in einen gesunden Rhythmus zu bringen", erklärte die Heimleiterin.

Viele heimische Firmen

Auf den Bauablauf ging Architekt Stefan Richter ein. Wegen des langen Winters 2012/2013 habe es Verzögerungen gegeben. Die Frostperiode sei ausgerechnet in der Rohbauphase gekommen, wodurch es einen längeren Stillstand gegeben hatte. Obwohl die Arbeiter wieder Zeit aufholen konnten, sei der Bau später als ursprünglich geplant fertig geworden. Das sei der Klinikleitung aber recht gewesen, meinte er. Positiv führte Stefan Richter unter anderem an, dass die 24 am Bau beteiligten Firmen größtenteils aus den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld stammen.

Kirchlicher Segen

Anschließend überreichte er den Schlüssel an Erwin Dotzel, der ihn gleich an Annette Schubert weitergab. Den kirchlichen Segen für Haus und Bewohner erbaten Pater Rudolf Götz und Pfarrer Joachim Pennig, die von der katholischen Gemeindereferentin Gisela Schuhmann unterstützt wurden. Die Fürbitten trugen Betreuer und Bewohner des Hauses vor. Die Segnung der Räume stand am Ende des offiziellen Teils, dem ein Saftempfang und Führungen durch das Haus folgten.

Info: Während seiner Festrede dankte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel allen Beteiligten. Namentlich nannte er Architekt Stefan Richter, das Ingenieurbüro Helfrich, die Statiker Wolf und Glatt, den Geschäftsführer der Krankenhäuser und Heime im Bezirk Unterfranken Rainer Klingert und seine Kollegen Kurt Schäfer und Gerd Ernst sowie Baureferent Ottmar Zipperich. Stellvertretend für alle Mitarbeiter hob er Heimleiterin Annette Schubert hervor. Sein ganz besonderer Dank galt Betriebsleiter Jürgen Oswald sowie seinem früheren Stellvertreter Walter Gabold (jetzt im Vorruhestand) und seinem heutigen, Uwe Brand.