"Burkard Ziegler spielt schon Lotto." Die Bemerkung von Theresia Schodorf mag lustig klingen, aber es ist wahr. Der Vorsitzende der Kirchenverwaltung versucht alles, um an Geld zu kommen für die Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt". Die Diözese Würzburg hatte die Kosten für die Notsicherung der Decke im Langschiff und weitere Untersuchungen übernommen. Jetzt aber müsste das berühmte Deckengemälde von Johann Peter Herrlein saniert werden, so wie die ganze Kirche auch. Nun hoffen Burkard Ziegler, Theresia Schodorf, Richard Schleier und Monika Mauer von der Kirchenverwaltung, dass die Diözese bald weitere Mittel freigibt. Das hoffen viele. Denn die Kirchengemeinde kann das nicht stemmen.

Platz für 50 Besucher

Nachdem die Kirche zwischenzeitlich ganz geschlossen war, finden nun wieder Gottesdienste statt, wenn auch in eingeschränkter Form. Besucher nehmen in den Bänken Platz, die im Altarraum aufgestellt wurden und unter der Empore. Dazwischen, im eigentlichen Kirchenschiff, darf noch immer niemand sitzen. Immerhin 50 Gläubige finden so trotz der Einschränkungen durch Corona Platz. Das ist auch nötig, denn es kommen auch Besucher aus Kleinwenkheim, wo die Kirche ganz geschlossen ist.

Im April 2017 waren verstärkt Risse in der Langhausdecke aufgetreten. Bei den folgenden Untersuchungen stellten die Experten fest, dass wegen der geschwächten Verbindung zwischen der Lattung und den Zerrbalken die Verkehrssicherheit der Decke nicht mehr gewährleistet war. Der "Dom der Vorrhön" wurde im August 2018 komplett geschlossen. Gottesdienste fanden in der kleinen Kirche im Rindhof Maria Bildhausen statt oder im Freien. "Die Freiluftgottesdienste mit Blaskapelle waren super schön", sagt Theresia Schodorf.

Gefahr in Verzug

Laut den Fachleuten war bereits Gefahr in Verzug, eine detaillierte Liste mit Sanierungsvorschlägen ist inzwischen abgearbeitet worden. Die Gefache halten, das berühmte Deckengemälde ist gesichert, wenn es auch Risse aufweist. Eins kam noch erschwerend hinzu: "Bei Arbeiten im Jahr 1995 wurde ein Holzschutzmittel verwendet, das heute als giftig gilt", sagt Burkard Ziegler. Das musste entfernt werden. Immerhin: Seinen Zweck hat es erfüllt, denn die Holzwürmer, zu deren Bekämpfung das Mittel aufgebracht wurde, sind verschwunden.

"Jetzt müsste es weitergehen, jetzt müsste ein Gerüst reinkommen", drängt Burkard Ziegler. Das Deckengemälde "Verherrlichung der Dreifaltigkeit" schreit nach einem Restaurator. Und nicht nur das. "Wir wollen, dass die ganze Kirche saniert wird", sagt Richard Schleier. Es sehe doch seltsam aus, wenn das Deckengemälde saniert wird und rundherum nichts. "Das wäre ein halbe Sache."

In diesen Tagen erwarten die Mitglieder der Kirchenverwaltung Besuch von der Diözese Würzburg. Sie hoffen, dass dann zeitnah mit der weiteren Sanierung begonnen werden kann. Viele Generationen haben sich für den Erhalt der Kirche eingesetzt, die in den Jahren 1765 bis 1772 erbaut wurde. Das wollen auch die heute Verantwortlichen tun. Am 25. September 1765 legte Bonifaz Geßner, der 41. Abt des Klosters Maria Bildhausen den Grundstein für den Neubau. Er war es auch, der den berühmten Maler Johann Peter Herrlein nach Großwenkheim rief, der die prächtigen Gemälde schuf. Am 23. August 1772 wurde das fertige Gotteshaus eingeweiht. Am 23. August 2022 - in anderthalb Jahren - jährt sich dieses Ereignis zum 250. Mal. Die Mitglieder der Kirchenverwaltung wünschen sich sehr, dass der "Dom der Vorrhön" dann wieder in seiner ganzen Schönheit zu bestaunen ist.