Als Physiklehrer weiß Joachim Schwigon, wovon er spricht. "Nano-Technologie ist Zukunft", sagt der Schulleiter des Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasiums. Das Problem allerdings: "Alles, was mit Nano zu tun hat, steht höchstens im Lehrbuch." Genauer gesagt, in den neuen Lehrbüchern, in den älteren eben noch nicht. Nanotechnologie zum Anfassen können die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums (ab 7. Klasse), aber auch interessierte Bürger demnächst erleben.

Schulleiter freut sich

Auf seiner deutschlandweiten Tour kommt der Nano-Truck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) am Donnerstag und Freitag, 16. und 17. Januar 2014, auch für zwei Tage nach Münnerstadt. "Ich finde es toll, dass der Bus kommt", sagt Joachim Schwigon, der sich diese Gelegenheit natürlich auch nicht entgehen lassen wird. Entweder schließt er sich einer Klasse an, oder er besucht den Nano-Truck während der öffentlichen Besuchszeit. Nach Münnerstadt geholt hat den Truck Petra Bieber, Fachbetreuerin Physik am Schönborn-Gymnasium.
Auf dem Schulparkplatz gibt der doppelstöckige Wissenschaftstruck Einblicke in die Grundlagen und Anwendungsbereiche dieser vielversprechenden Querschnittstechnologie. Für Schülerinnen und Schüler bietet sich ein abwechslungsreiches Programm mit interaktiven Ausstellungspräsentationen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind am Donnerstagabend zur "Offenen Tür" eingeladen.
Einblicke in winzige Welten - in der Welt der Nanotechnologie dreht sich alles um Teilchen und Strukturen, die millionenfach kleiner sind als ein Stecknadelkopf. "Ein einzelnes Haar müsste man im Durchmesser rund 50 000-mal teilen, bis es nur noch einen Nanometer dick ist", erklärt der Nano-Truck-Experte Alexander Heusel, der die BMBF-Initiative auf ihrer Reise nach Münnerstadt zusammen mit seinem Kollegen Marco Kollecker begleitet. Um Licht ins Dunkel zu bringen, nutzen Forscher deshalb moderne Elektronenmikroskope. Ein solches Hightech-Gerät, so groß wie ein Reisekoffer, befindet sich neben vielen anderen interaktiven Exponaten auch im nanoTruck. Damit bietet die Ausstellung einen ebenso anschaulichen wie verblüffenden Einblick in den Nanokosmos.
Die Hintergründe und Inhalte der Nanotechnologie allgemein verständlich zu erklären und dabei eine offene Meinungsbildung zu ermöglichen, das ist das Ziel der BMBF-Initiative "Nano-Truck - Treffpunkt Nanowelten". Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms zeigen die mitreisenden Wissenschaftler, was dieses Technologiefeld heute und in Zukunft zu leisten vermag und wie die Forschung potenzielle Risiken untersucht.
Nanotechnologie zum "Anfassen und Mitmachen": So dreht sich bei geführten Ausstellungspräsentationen im Nano-Truck alles um den aktuellen Stand der Nanoforschung und Praxis. Welche Besonderheiten und verblüffenden Effekte Nanomaterialien aufweisen können, veranschaulichen die nanoTruck-Experten dabei mithilfe interaktiver Ausstellungsobjekte und kleiner Experimente. Auf diese Weise wird deutlich, warum die "Nano" schon heute als wichtiger Faktor in Forschung und Industrie gilt, der insbesondere Jugendlichen ganz neue Perspektiven für einen erfolgreichen Berufsweg aufzeigt.

Offene Tür zum Nanokosmos

Neben Schulklassen und Lehrkräften des Schönborn-Gymnasiums sind in Münnerstadt auch alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich bei einem Besuch im Nano-Truck ein eigenes Bild von dieser vielversprechenden Querschnittstechnologie zu machen. Die Wissenschaftler stehen ihren Gästen dabei gerne als Gesprächs- und Diskussionspartner zur Verfügung und beantworten auch individuelle Fragen nach den Chancen und Risiken.
Die Türen des Nano-Truck stehen der Öffentlichkeit am Donnerstag, 16. Januar, von 16.30 bis 18 Uhr offen.