Gleich drei neue Feldgeschworene sind in den Reihen der Siebener von Thundorf. Robert Weisensee (57) beerbte seinen Vater Reinhold (88), der nach insgesamt 44 Jahren das Amt ebenso abgab wie Herbert Bretscher (78). Dieser gab das Amt an seinen Enkel Daniel Wandelt (22) ab. Josef Klöffel (87) trat es an seinen Sohn Bertram (53) ab. Bretscher war 28 Jahre dabei und zuletzt auch ab 2004 als Nachfolger von Reinhold Weisensee Obmann, während Josef Klöffel dem Team 38 Jahre angehörte.


Verschwiegenheit ist Pflicht

Die neuen Feldgeschworenen wurden bei der Übernahme ihrer Aufgaben zur gewissenhaften und unparteiischen Tätigkeit sowie zur Verschwiegenheit und Bewahrung des Siebenergeheimnisses durch Eidesform beim Siebenerfest in Großwenkheim vereidigt. Dazu der neue Obmann Heribert Saal: "Feldgeschworene bekleiden eines der ältesten kommunalen Ehrenämter, sie werden auf Lebenszeit gewählt und vereidigt."
Auf ihre Aufgaben angesprochen, äußerte sich Saal wie folgt: "Wir wirken regelmäßig bei der Abmarkung mit, indem wir das Staatliche Vermessungsamt bei Grundstücksvermessungen unterstützen. Darüber hinaus haben wir Feldgeschworenen in einem gesetzlich festgelegten Rahmen eigene Abmarkungsbefugnisse."


Eigene Zuständigkeiten

Auch für Privatbürger dürfen die Feldgeschworenen gesetzte Grenzzeichen suchen, aufdecken, sowie sichern und höher bzw. tiefer legen, wenn ein Grundstückseigentümer dies beantragt. "Wenn die ursprüngliche Lage der Grenzpunkte auf Grund der Siebenerzeichen oder sonstiger Unterlagen zentimetergenau feststeht, dürfen wir in eigener Zuständigkeit und Verantwortlichkeit Grenzzeichen aufrichten und wieder einbringen".


Lang gehegter Wunsch

Der neue Feldgeschworene Daniel Wandelt antwortete auf die Frage, ob er lange überlegen musste, dieses Siebeneramt als erst 22-Jähriger zu übernehmen: "Irgendwann wollte ich schon immer Feldgeschworener werden, und jetzt bot sich die Gelegenheit. Gegenüber meinen Kollegen habe ich den Vorteil, dass mein Opa Herbert nach wie vor mit seiner Erfahrung uns und hauptsächlich mich unterstützt und mich in die Materie einweist." "Mein Berufsziel ist Bauleiter", so Wandelt. Das Amt des Feldgeschworenen sei eine willkommene Abwechslung zum Studium. Zum zweiten Grenzgang der Dorfgemeinschaft Thundorf, der für die neuen Siebener zugleich der erste Grenzgang war, gab der zweite Vorsitzende und Altbürgermeister Anton Bauernschubert den Startschuss. Dieser führte entlang der Gemarkungsgrenzen Weichtungen, Theinfeld und Stadtlauringen und wurde vom Obmann Heribert Saal angeführt.
Beim Dreimärkerstein, der Flurgrenzen von Weichtungen, Theinfeld und Thundorf, durfte der jüngste Siebener Daniel Wandelt den Stein freilegen, nachdem Heribert Saal den Standort in seinem Lageplan ausfindig gemacht hatte. Über die Grundstückseigentümer, die einzelnen Gemarkungen und sonstigen Fragen wusste Herbert Bretscher als langjähriger Siebener bestens Bescheid und beantwortete die Fragen der Teilnehmer.
Was die meisten nicht wussten, ist die umfangreiche Fläche von Grundstücken der Gemarkung Stadtlauringen, die aber von Thundorfer Eigentümern bewirtschaftet werden. Sogar die KG 11 wird teilweise unterbrochen und führt einige hundert Meter durch den Landkreis Schweinfurt. Das Gleiche gilt beim Hochwasserdamm, der mit einer kurzen Strecke zur Gemarkung Stadtlauringen zählt.
Anschließend fand im Hof der Festhalle ein gemütliches Beisammensein statt.