Unter dem Titel "Gesichter, die bewegen", stellt Gertrud Gerlach im Münnerstädter Altstadtcafé aus. Die Vernissage startete mit einer Lesung von Petra Giese. Giese hatte die Künstlerin im Haus Erlebenskunst in Ramsthal kennengelernt.


Starke Portraits

Passend zum Thema trug Giese ein Interview mit dem amerikanischen Künstler Chuck Close vor. Ebenso wie Gertrud Gerlach ist der berühmte Maler der Auffassung, dass ein Gesicht wie eine Landkarte die Lebensgeschichte abbildet und deshalb ohne Verstärkung und Übertreibung porträtiert werden sollte.

Marthy Steller-Vrolyk, wie Gertrud Gerlach im Kunstverein Bad Neustadt aktiv, stellte die Künstlerin vor: Gertrud Gerlach hat sich seit 1990 intensiv der Malerei und der Linoleum- und Steinlithographie gewidmet. Sie hatte bereits etliche Ausstellungen in Unterfranken und ist auch Dozentin für Aquarellmalerei bei der Volkshochschule Bad Kissingen und Mitglied in verschiedenen regionalen Kunstvereinen.

Am Rande der Veranstaltung erzählte Gerlach, dass sie neben der Ölmalerei auch Aquarelle liebt. Als Vorlage diene ihr meist eine Fotografie, die interessant und faszinierend wirkt. Danach beginne sie das Aquarell oft erst in Grisaille - also ausschließlich in Grau-, Weiß und Schwarztönen. Später kommen transparente Farben dazu. Dieser Prozess zieht sich über einige Tage hin, erklärte Gerlach.

Zwischen den Aquarellen, die Stimmungen und Emotionen der porträtierten Personen gekonnt einfangen, fielen auch eine Rötel-Zeichnung von Leonardo da Vinci und ein Portrait von Cecilia Bartoli auf.
Die Ausstellung ist bis zum 31. März zu den Öffnungszeiten des Cafés zu sehen. Susanne Hanshans