Auch wenn die Stadt Münnerstadt im Haushalt 2014 kein Geld für die Generalsanierung der Mehrzweckhalle eingestellt hat - so laufen die Vorarbeiten trotzdem. Vor drei Monaten hat die Stadt eine energetische Grobanalyse in Auftrag gegeben, die Andreas Maklstorfer und Christine Bremer von der Bayernwerk AG jetzt vorstellten. "Es war wichtig, einen unabhängigen Gutachter einzuschalten" sagte Bürgermeister Helmut Blank (CSU) gegenüber unserer Zeitung.

Und das hat sich offensichtlich auch gelohnt. Denn im Ergebnis steht unter anderem, dass die Gebäudehülle (abgesehen vom Dach) weitgehend in Ordnung ist. "Das Gebäude wird augenscheinlich sehr gepflegt, ich muss Ihnen explizit ein Lob aussprechen", sagte Andreas Maklstorfer. Das galt vor allem Hausmeister Manfred Back, der dieses Lob direkt entgegennehmen konnte. Denn zu der Vorstellung hatte der Bürgermeister neben Vertretern der Stadtverwaltung auch Vertreter des TSV eingeladen.

Trotz des guten allgemeinen Zustands gibt es jedoch erheblichen Sanierungsbedarf. Vier ganz offensichtliche Punkte hob Andreas Maklstorfer besonders hervor.

Heizkessel muss raus

Nach den neuesten Vorschriften muss der vorhandene Heizkessel außer Betrieb gesetzt und erneuert werden. Diese Vorschrift gilt seit dem 1. Mai. Die bereits stark verrostete und löchrige Löschwasserversorgungsleitung in der Turnhalle sollte unverzüglich erneuert werden. Außerdem seien die Lichtkuppeln sowie das gesamte Flachdach am Ende ihrer technischen Lebensdauer angelangt. Schließlich sei die gemeinsame Wärme- und Wasserversorgung von Halle, Gaststätte und Wohnung wegen unterschiedlicher Nutzungszeiten unwirtschaftlich und energetisch nicht auf dem neusten Stand der Technik.

Bei der Detailbeschreibung erläuterte der Experte einzelne notwendige Arbeiten am Gebäude, so müssten die verbliebenen Originalfenster aus dem Jahr 1983 ausgetauscht werden.

Eine Sanierung des Flachdaches mit den Lichtkuppeln und der Dachflächenfenster wird dringend empfohlen, weil demnächst mit Wassereintritt und damit Bauschäden zu rechnen sei. Die Arbeiten seien auch im Hinblick auf die eventuelle Installation einer Solaranlage (Warmwasser) notwendig.

30 Grad im Heizraum

Die Anlagentechnik stammt ebenfalls aus dem Jahr 1983 und ist so nicht mehr zeitgemäß. Heizkessel, Wasserboiler, die Verteilung und die Pumpen müssten ausgetauscht werden. Andreas Maklstorfer nannte ein einfaches Beispiel, woran man die veraltete Technik erkennt: "Im Heizraum herrscht eine Temperatur von 30 Grad." Daran könne man den hohen Wärmeverlust sehen, bei modernen Anlagen sei die Temperatur nicht höher als in den anderen Räumen. Positiv: Alle sichtbaren Rohrleitungen sind ausreichend gedämmt. Weil die Heizungsrohre aber bis zu 55 Meter lang sind, könnten dennoch Wärmeverluste auftreten. Bürgermeister Helmut Blank wollte wissen, ob die Leitungen ebenfalls ausgetauscht werden müssen. Wegen der bereits in Erscheinung getretenen Legionellen sprach sich Andreas Maklstorfer für einen Austausch der Wasserleitungen aus (Edelstahl, Kunststoff). Für geschlossene Systeme, wie die Heizung, sei dies nicht nötig.

Der Gasverbrauch liegt derzeit bei rund 42 000 KWh pro Jahr, ein sehr guter Wert, wie der Experte meinte. Der Stromverbrauch ist seit 2009 um 20 Prozent gesunken, was wiederum der Arbeit des Hausmeisters und dem Einsatz von Energiesparlampen zu verdanken sei.

Vorgeschlagen wurde schließlich von Andreas Maklstorfer, mit der geplanten Sanierung von Heizung und Dach, auch eine Solaranlage einzubauen. Der Vorteil: Sollte es bei einer Gasheizung bleiben (und so sieht es aus), würde eine Solaranlage den gesetzlich geregelten Anteil an erneuerbaren Energien abdecken. Der Experte stellte zwar auch Alternativen vor, erhob aber Zweifel, ob ein Blockheizkraftwerk dort wirtschaftlich arbeitet. Die von ihm unter anderem angeregte Fußbodenheizung (weil der Hallenboden ohnehin saniert werden muss), fand bei den TSV-Vertretern wenig Gegenliebe. Favorisiert wird eine Deckenheizung. Empfohlen wird ebenfalls der Einbau einer Gebäudeleittechnik und die Trennung der Heizungsanlagen von Halle, Wohnung und Gaststätte, sowie die Erneuerung der Hallenbeleuchtung.

Das alles, so heißt es in dem Gutachten abschließend, sollte unter Einbeziehung von Fachplanern geschehen. Die energetische Sanierung wird eingebunden in das Gesamtkonzept. "Wir müssen wissen, was wir wollen", fasste es Roland Ballner vom TSV zusammen. Und Andreas Maklstorfer meinte: "Es gibt viele interessante Lösungen. Das Problem: Sie passen nicht alle."

Dringend notwendig ist auch der Austausch der Tartanbahn, die schon erhebliche Schäden aufweist. Insgesamt werden die Kosten der Generalsanierung auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Bürgermeister Helmut Blank geht aber nun davon aus, dass die Arbeiten wegen der gut erhaltenen Gebäudehülle günstiger werden.