Völlig problemlos ist die Erhöhung der Gebühren für die Benutzung der Städtischen Musikschule über die Bühne gegangen. Jetzt seien sie gleich mit vergleichbaren Schulen im Landkreis, sagte der Leiter der Städtischen Musikschule Münnerstadt, Thomas Reuß, in der jüngsten Stadtratssitzung.
Die Gebührenanhebung ist im Haushalt vorgesehen. Thomas Reuß bekam die Gelegenheit, dem Stadtrat die Details vorzustellen. Zwischen 2001 und 2004 habe es jährlich eine Erhöhung gegeben, manchmal bis zu 50 Prozent, sagte er. Seither seien die Gebühren nicht mehr erhöht worden. Aus gutem Grund: "Wir waren die teuerste Musikschule im Landkreis", meinte er gegenüber unserer Zeitung.
Die jetzt beschlossene Erhöhung betrifft drei Bereiche. Der Einzelunterricht steigt um fünf Euro pro Monat auf 70 Euro. Bei der Zweier-Gruppe, die häufigste Unterrichtsform, werden künftig zwei Euro mehr pro Monat verlangt und damit 54 Euro. Außerdem werden jetzt für die Vermietung schuleigener Instrumente an Schüler 15 statt bisher zehn Euro fällig.
Die Steigerung liege zwischen vier und sieben Prozent, sagte Leo Pfennig (fraktionslos). "Das halte ich für vertretbar." Er bat Thomas Reuß darum, dem Stadtrat ein paar Details von der Musikschule zu berichten.
Derzeit werden 382 Schüler betreut. Im Schuljahr 2001/02, als Thomas Reuß an der Musikschule angefangen hat, waren es noch 190 Schüler, womit die Steigerung mehr als 100 Prozent beträgt
Beim WiM-Projekt (Wir musizieren) sei die Städtische Musikschule Münnerstadt der größte Kooperationspartner der Musikakademie Hammelburg. In 25 Schulklassen mit mehr als 500 Schülern an zehn Schulen wird das Projekt durchgeführt. Als Glück bezeichnete Thomas Reuß, dass die Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Birgit Döhler, zum Team der Musikschule zählt.


Ein Raumproblem

Aber nicht nur Positives kam zur Sprache. "Wir haben ein Raumproblem", sagte er. Das betrifft die Anzahl der in der Zehntscheune zur Verfügung stehenden Räume, vor allem aber die Hellhörigkeit. "Wir sind an der Kapazitätsgrenze, und manchmal ist es schwierig, ein vernünftiges Telefonat zu führen", sagte er. Große Hoffnung setzt der Musikschulleiter darauf, dass das sogenannte BBZ II (frühere Landwirtschaftsschule) einmal das Domizil der Städtischen Musikschule wird, was auch wegen der Nähe zur Grund- und Mittelschule Vorteile habe.
Michaela Wedemann (CSU) wollte wissen, ob bei der neuen Gebührensatzung weiterhin die Rabatte für Schüler enthalten sind, die in Musikvereinen spielen. Außer den drei genannten Änderungen bleibe alles beim Alten, bekam sie zur Antwort. Und damit ziehe die Stadt eigentlich nur nach, was andere Schulen bereits getan haben.


Drei Modelle

Später kam der Haushalt noch einmal zur Sprache. Der geschäftsleitende Beamte und Kämmerer, Stefan Bierdimpfl, legte den Stadträten wie gewünscht drei verschiedene Investitionsmodelle vor, die allesamt genehmigungsfähig sind. Damit werden sich die Kommunalpolitiker nun beschäftigen. Ziel sei es, so Stefan Bierdimpfl, dass der Haushalt am 19. Juni beschlossen werden kann.