Wenn Landrat Thomas Habermann über Museumträgermodelle referiert, dann weiß er wirklich, wovon er spricht. Der Nachbarlandkreis verfügt über zahlreiche Museen, die in den verschiedensten Trägerschaften liegen. Das Fazit seines Referats beim Unterfränkischen Museumstag in der Münnerstädter Aula war ebenso einfach wie nachvollziehbar. "Wenn die Akteure zwischenmenschlich nicht miteinander können, dann haben sie ein Problem", meinte der Landrat, Und das auch, wenn die Trägerschaft noch so gut funktioniert. Umgekehrt lasse sich einiges überdecken, wenn die Trägerschaft nicht so gut passt, aber die Leute gut miteinander können.


Geschichte vorgestellt

Es war der mittlerweile 31. Unterfränkische Museumstag und der dritte in Münnerstadt, zu dem die Regierung von Unterfranken und der Bezirk Unterfranken geladen hatten. Die Eröffnung übernahmen Regierungsvizepräsident Jochen Lange, Dr. Astrid Pellengahr, Leiterin der Landesstelle für nichtstaatliche Museen und etwas später Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel. Bürgermeister Helmut Blank stellte in seinem Grußwort die Stadt Münnerstadt und ihre Geschichte vor.
Es sei leider so in der Politik: wenn es finanziell etwas knapper wird, dann werde zuerst an der Kultur gespart, sagte Thomas Habermann zu Beginn seines Referats. "Kulturarbeit ist nicht das Sahnehäubchen, Kulturarbeit ist fundamental", betonte er. Dann zeigte er die verschiedenen Trägermodelle auf. Beim Kloster Wechterswinkel beispielsweise handelt es sich um eine Kooperation zwischen Landkreis und Kommune, wobei der Landkreis der alleinige Kostenträger ist.


Verschiedene Trägerschaften

Beim Fränkischen Freilandmuseum Fladungen (Zweckverband) ist der Bezirk Unterfranken der Hauptträger (66 Prozent), der Landkreis trägt 32 Prozent und die Kommune ist mit zwei Prozent mit im Boot. Auch dieses Modell habe gewisse Vorteile, aber auch Nachteile, wie der wechselnde Vorstand. Am Beispiel Bruder Franz Haus auf dem Kreuzberg, das sich in der Trägerschaft der Tourismus GmbH Bayerische Rhön befindet, konnte er belegen, was er anfangs mit dem guten Miteinander gemeint hatte. Er verstehe sich gut mit dem Landrat des Landkreises Bad Kissingen, Thomas Bold, erklärte Habermann. Die beiden Landkreise sind Gesellschafter der Tourismus GmbH.
Unmittelbar danach listete Dr. Stefan Kley von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Betriebsformen von Museen auf und versuchte die Frage zu beantworten, welche die beste ist. Vor zehn Jahren sei das eine Kulturstiftung mit einem soliden Stiftungskapital gewesen, aber angesichts der Finanzkrise und den heutigen geringen Zinsen ließ er die Frage zunächst offen, was heute die beste Betriebsform ist. Bei der Diskussion, die Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Klaus Reder, leitete, gab Stefan Kley dann aber doch der Stiftung auch heute den Vorzug.
Bei dieser Diskussion brachte Bürgermeister Helmut Blank auch den Nachteil des Kommunalunternehmens als Träger eines Museums vor. Bei der Gründung im Jahr 2009 hätte niemand an so etwas wie eine Rechnungsprüfung gedacht, meinte er. Das habe später zu Schwierigkeiten geführt.


Unternehmen vorgestellt

Dann war es an Inge Bulheller, das Kommunalunternehmen Kultourismus im Schloss vorzustellen. "Vergleicht man die zahlreichen Aufgaben, die wir haben, so ist unsere Personalpool recht gering", erläuterte sie und zählte die vielfältigen Aktivitäten des Kommunalunternehmens auf. Museumsleiter Björn Hein konnte da gleich weiter machen. Manchmal stellten die Mitarbeiter sich die Frage, wie sie das alles schaffen. "Ein essenzieller Bestandteil von Kultourismus ist es, dass wir hier zusammenarbeiten, und jeder dem anderen hilft, wenn Dinge wie beispielsweise Ausstellungen oder Vorträge anstehen", erläuterte er.


Führungen angeboten

Damit war er genau an dem Punkt angekommen, mit dem Thomas Habermann begonnen hatte. Es kommt auf das Miteinander an. Am Nachmittag hatten die rund 80 Besucher aus ganz Unterfranken die Möglichkeit, an verschiedenen Führungen teilzunehmen, wobei natürlich auch das Henneberg-Museum im Deutschordensschloss besichtigt werden konnte.Björn Heim führte durchs Mueseum und Georg Seifried von den Museumsfreunden stellte Besuchern den Förderverein und die Galerieräume vor.