Nicht nur sein Wirken als Bürgermeister, sondern auch sein Interesse an der Aufarbeitung der Geschichte seines Heimatortes hat in geprägt. Nach seiner erfolgreichen Zeit als Erster Bürgermeister widmete er sich voll und ganz diesem Thema. Er erstellte unzählige Stammbäume von Bürgern der Gemeinde und schrieb seine Erlebnisse aus dieser Zeit unter dem Titel "Aus dem Leben eines Dorfbürgermeisters" für die Nachwelt nieder.


So kam es zur Idee

Eines dieser Ereignisse war der Sparbrief für Neugeborene. Lassen wir Felix Braun sprechen: "Als ich im Dezember 1989 von der Verwaltung in Maßbach nach Hause fuhr, hatte ich im Gepäck das Jahressitzungsgeld der Gemeinderäte. Diese Sitzungspauschale bekam ich in bar, wie es damals noch üblich war. Bei durchschnittlich zwölf Sitzungen im Jahr, waren dies für zwölf Gemeinderäte ungefähr 2880 Deutsche Mark. Als ich so dahin fuhr, machte ich mir Gedanken, was man mit diesem Geld sinnvolles anfangen könnte. Es war die Zeit, wo die Geburten in der Gemeinde, wie auch anderswo, zurück gingen. Da dachte ich mir es wäre doch sinnvoll, den Eltern von Neugeborenen einen kleinen finanziellen Anreiz oder auch ein kleines Danke in Form einer Spende zu geben. Ich ging in die Gemeinderatssitzung und unterbreitete dem Gremium meine Gedanken. Ich argumentierte, dass doch die Gemeinderäte alle nicht arm wären und auf einen Teil des Sitzungsgeldes zugunsten meiner Idee verzichten könnten.

Als ich so in die Runde blickte, stellte ich fest, dass diese meine Meinung bei weitem nicht bei allen mitgetragen wurde. Vielleicht hatten manche schon dieses Geld für etwas anderes eingeplant, oder wollten ihren Frauen durch eine besondere Aufmerksamkeit zu Weihnachten eine Form von Wiedergutmachung leisten. Es wurde immer ruhiger, ich dachte schon: Felix deine Idee hast du ohne die Betroffenen gemacht. Mir war klar, hier musste ich einen drauflegen, wenn es etwas werden soll. So machte ich folgendes Angebot:

,Ich stelle fest, es fällt euch anscheinend schwer, aus eurem Salär etwas abzugeben, deshalb will ich euch einen Anreiz geben'. Ich fordere euch auf, nach Erhalt eurer Entschädigung einzeln in den Nebenraum zu gehen und eine Spende für diese Sache in die vorbereitete Spendenbox zu legen. Damit ist sicher gestellt, dass die Spende des einzelnen anonym bleibt. Dazu verspreche ich euch, bevor der erste rüber geht, dass ich den gespendeten Betrag aus meiner Tasche verdoppeln werde. So kam diese wie ich meine gute Sache des damaligen Gemeinderates zum tragen. Ab 1. Juni 1989 erhielten alle Neugeborenen der Gemeinde einen Sparbrief der Raiffeisenbank Maßbach e.G. in Höhe von 200 Deutsche Mark. Glücksbote war Gemeinderat Walter Saal, der bis zum 31. Dezember 1991 insgesamt 37 Sparbriefe im Auftrag seiner Kollegen verteilen durfte. Die stolze Summe von 7400 Deutsche Mark setzten sich zusammen aus 3700 aus den Sitzungsgeldern und der gleiche Betrag von mir."