Das Thema interessiere auch die Senioren, war sich Baldur Kolb sicher. Denn: Einst war die Betreuung der Kinder noch in der "Kinderbewahranstalt". Heute würden die Kinder ganz anders auf die Schule vorbereitet.
Das bestätigte Sabine Scheuble direkt, wobei sie in ihrer Zeit an die Verbindung des Kiga zu den Seniorenheimen in der Stadt erinnerte. Sie ist nun 22 Jahre in Münnerstadt und war von 1992 bis 2011 im katholischen Kindergarten tätig. In Tübingen geboren, zog sie bald zu ihren Großeltern nach Bad Kissingen, wo sie Geschichten, gemeinsam gesungene Lieder und Moritaten mit der Oma begeisterten. Sie wohnten im Kapellenfriedhof, der Opa war Messner und Oma die Betreuerin der Marienkapelle. Sie selbst habe oft den Blasebalg treten dürfen.
Wie ihre ältere Schwester beeindruckten sie damals besonders das Leichenhaus und die Aufbewahrung der Verstorbenen dort. Bei den Englischen Fräulein absolvierte sie ihre Schulzeit, jedoch die Scheidung der Eltern damals belastete sie. Sie entschloss sich, Kindergärtnerin zu werden. Ihre Ausbildung schloss sie 1967 in Würzburg ab. Ihre erste Stelle trat sie in Eltingshausen an, damals noch in einer weißen Schwesternschürze. Stetige Anforderungen machten sie einerseits zum ständigen Klotz am Bein des Pfarrers, andererseits stiegen die Anmeldungen sprunghaft an. Und dabei sind Freundschaften entstanden, die bis heute andauern.
Der Hochzeit folgten ein Sohn und eine Tochter. In Garitz trat sie eine neue Kiga-Stelle an. 1975 folgte die Schulung zur logopädischen Helferin. Sprachspiele, Bewegungstherapie und Theaterstücke trugen zum Fortschritt der Kinder bei. Eine weitere Tochter vergrößerte die Familie, Sabine Scheuble gab ihren Beruf auf.

Abstecher an den Rhein

1985 jedoch verließ der Ehemann die Familie. Eine Bewerbung in Bingen am Rhein tat auch den eigenen Kindern gut und Sabine Scheuble ging mit Elan an den Umbau des dortigen Kindergartens, wofür sie viel Anerkennung erhielt. 1992 bewarb sie sich in Münnerstadt, wo vier Gruppen im Kindergarten, eine im BBZ, und noch eine weitere Gruppe dazu kamen.
Mittlerweile hatte sich auch die Pädagogik geändert, die Mittagszeit wurden in die Betreuung eingebunden - mit teilweise 15 Betreuerinnen. Aber: Das geforderte Sozial-Management war sehr gelungen. Es folgte die Vernetzung mit Pfarrgemeinde und den Seniorenheimen. Das brachte den Senioren viel Spaß. Auch in Münnerstadt war mittlerweile die Umgestaltung des Kiga notwendig geworden. Hier führten insbesondere der Einsatz der Eltern und viele Überstunden zum Erfolg. Mit Änderung der Benutzungszeiten ging viel Dokumentation einher, was heute am Computer erfolgt. Dazu kam die Erweiterung für die Kinderkrippe, die gerne angenommen wurde.

Freude mit den Kindern

"Nun habe ich, mit über 63 Jahren, Zeit für mich gefunden", so Scheuble und natürlichf ür ihre Enkelkinder. "Mein Leben erhielt durch die Kinder eine große Bereicherung", sagt sie im Rückblick. Noch heute freut sie sich auf Begegnungen mit ehemaligen Kiga-Kindern. Vor allem die verschiedensten Aufführungen, ob Singspiel oder Musical mit den Kindern bereitete ihr stets viel Freude.
Baldur Kolb bedankte sich am Schluss unter Applaus für einen kurzweiligen Vortrag mit Einblicken in die Entwicklung einer Erzieherin mit Leib und Seele.