In den meisten Schulordnungen ist diese Bestimmung zu finden: Die Einrichtung und die Wände dürfen nicht bemalt werden. Auch im Regelwerk des Johann-Philipp-von-Schönborn Gymnasiums ist es nicht anders, eine Ausnahme gibt es aber: der Kunsttrakt im dritten Stock.
Der Grund: Das Landratsamt in Bad Kissingen hatte den Auftrag erteilt, dass die mit der Zeit verschmutzten Wände wieder weiß gestrichen werden sollten, und "die Lehrer der Fachschaft Kunst hatten nachgefragt, ob sie die Wände nicht gestalterisch verschönern könnten", erinnert sich Kunstlehrerin Tanja Sobisch. Die Schulleitung des Münnerstädter Gymnasiums war einverstanden, auch das Landratsamt schloss sich nach Absprache einiger Auflagen der Idee an.
Angefangen hat alles mit einer Saale-Zeitung, die Sobisch mit der Schlagzeile "Never ending story ..." an die Wand des Kunstsaals zeichnete. Es wurden kleine Zeichnungen an die Wand geklebt, die ganz unterschiedliche Szenen zeigen: einen Blick auf einen Hafen oder eine nächtliche Straße.

Mit Bleistift und Fantasie

"Wir wollten die Angst vor der weißen Wand nehmen", erklärt Sobisch. Gleichzeitig dienen die Zeichnungen als Anregung, die unvollständige Szenerie weiterzudenken, sie kreativ zu erweitern und so eine niemals endende Geschichte zu entwickeln.
Bei den Gymnasiasten stieß das Projekt schnell auf Begeisterung. " Die Schüler fanden die Idee cool, sie machen sehr gerne mit", freut sich die Kunstlehrerin. Und so wird mit Bleistift und viel Fantasie an der "Never ending story" gearbeitet - zumindest bis es wieder zum Unterricht läutet.