Ohne die Helfer wäre die Sanierung des Heimatspielhauses nie möglich gewesen. Noch immer treffen sich jeden Donnerstag Enthusiasten, die sich um das historische Gebäude kümmern. Inzwischen sind sie im Gewölbekeller angekommen. "Wir sind der Meinung, es ist die Arbeit wert, den Keller zu verbessern und damit bei Führungen durch das Haus für Besucher attraktiver zu machen", sagt Roman Jonas.


Erde abgetragen

Und das ist harte Arbeit. "Die Pflasterung war unter einer 30 Zentimeter dicken Erdschicht verborgen", erklärt der Helfer. Nachdem der Verein "Zukunft für das Heimatspielhaus" das Gebäude gekauft hatte, wurde die Erde abgetragen und der steinerne Boden kam zum Vorschein. "Mit den Rüben und Kartoffeln ist immer Erde in den Keller gebracht worden", erläutert Heiner Wich, der gerade dabei ist, die Fugen auszukratzen. So soll erreicht werden, dass der etwas muffige Geruch verschwindet, der immer auftritt, wenn der Keller feucht ist.
Ein wenig feucht ist es immer und das war früher durchaus gewollt. An der westlichen Wand des Kellers befindet sich ein gefasster Brunnen. Roman Jonas ist sicher, dass früher die Bewohner des Hauses hier ihr Wasser geschöpft haben. Eine Trinkwasserleitung ist erst im Jahr 1908 verlegt worden. Mitten im Raum befindet sich ein weiterer Schöpf- und Sickerbrunnen, der über eine Rinne mit einem dritten Brunnen verbunden ist, welcher sich in einem Nebenraum des Kellers befindet. Dort gibt es einen Schacht, der zu dem kleinen dreieckigen Hof zwischen Heimatspielhaus und dem Nachbargebäude führt. Die Helfer nehmen an, dass auf diese Weise das Vieh versorgt wurde. Offensichtlich war die Wasserversorgung von Mensch und Tier getrennt.
Um den Besuchern noch besser einen Eindruck von den früheren Zeiten vermitteln zu können wird eine Schöpfstelle nun auch gefasst. Dafür muss immer wieder das Wasser aus dem Sickerloch gepumpt werden. Beim Ausgraben sind die Helfer auf allerlei Utensilien aus früheren Jahrhunderten gestoßen.
Wer genau hinsieht, kann die Geschichte des Kellers lesen. In regelmäßigen Abständen finden sich beispielsweise größere Steine im Boden. Wahrscheinlich war der Keller früher mehrfach unterteilt. Die Besucher können aber auch entdecken, wie er einst errichtet wurde.
An den Wänden sind immer wieder gleichmäßige Abdrücke zu finden. "Die stammen von den Brettern, die beim Bau verwendet wurden", erläutert Roman Jonas. Damals errichteten die Kellerbauer zunächst einen länglichen halbrunden Erdwall. Dieser wurde mit Brettern abgedeckt und Steine darauf gelegt. "Das hat man dann mit Kalk und Sand verfüllt." Später grub man die Erde aus, nahm die Bretter weg und übrig blieb das Gewölbe, das sich selbst trägt. Der Keller hat mit dem eigentlichen Gebäude wenig zu tun. Es gibt heute noch einige Fälle in Münnerstadt, wo Gebäude und Keller unterschiedliche Besitzer haben, erläutert Roman Jonas. Deutlich erkennbar ist auch, dass die Keller mit denen der Nachbarn verbunden waren, dürfte um 1350 entstanden sein.
Jeden Donnerstag von 14 bis 16 Uhr treffen sich die Helfer im Heimatspielhaus. Weitere Unterstützer sind dort sehr gerne gesehen.