Schlagzeilen hatte der Markplatz gemacht, weil für den Steinbelag aus China lange Lieferzeiten angefallen waren. Hinzu kam auch noch, dass in der ersten Lieferung das Material teilweise beschädigt war. Zeitweise stand die Frage im Raum, ob dieser Platz noch rechtzeitig zum Amtswechsel des Bürgermeisters fertig ist. Diese Sorge hat sich aber nicht bestätigt.

Ein chinesisches Sprichwort zitierte Bürgermeister Johannes Wegner (Für Bürger und Umwelt) mit Blick auf die Steinlieferung: "Besser auf neuen Wegen etwas stolpern, als in alten Pfaden auf der Stelle treten." Wobei spätestens mit der Einweihung auch das "Stolpern" vorbei sei, ergänzte der Rathauschef.

Nach einer Bauzeit von einem Jahr und fünf Monaten ist das Projekt abgeschlossen, zu dem auch der Platz zwischen Rathaus und evangelischer Kirche zählt. Zum Abschluss seiner 18-jährigen Amtszeit konnte Wegner die große Maßnahme innerhalb der Altortsanierung voller Stolz zu Ende bringen. Dass alles noch gut wurde, lag auch am Ausbleiben des Winters und der milden Witterung: "Petrus hat es gut mit mir gemeint und lies mich diesen Tag doch noch als Bürgermeister erleben", sagt er verschmitzt lächelnd.

Im Beisein von mehreren Ehrengästen erhielt der neu gestaltete Marktplatz den ökumenischen Segen durch die Pfarrer Manfred Finger (katholisch) und Stefan Bonawitz (evangelisch) und wurde seiner Bestimmung übergeben. Bei dieser Gelegenheit traten die Maßbacher Volkstänzer, der Musikverein Maßbach, der Kindergarten Maßbach sowie zwei Tanzgruppen des TSV Maßbach auf.

Mutige Entscheidung

In ihren Grußworten wurde viel Lob für den Gemeinderat ob dieser mutigen Entscheidung deutlich. Landrat Thomas Bold gratulierte dem Markt Maßbach für dieses gelungene Werk, und der Landtagsabgeordnete Sandro Kirchner (beide CSU) stellte den Markt Maßbach als positives Beispiel für Weitblick heraus. "Hier wurde die Chance erkannt und mit Hilfe von staatlichen und sonstigen Förderungen umgesetzt. Der neue Marktplatz ist das Herzstück der Gemeinde. Wie schnell es schlägt, liegt an den Bürgern, wie sie diesen Platz beleben".

Norbert Böhm der Baureferent der Regierung von Unterfranken lobte das große Engagement der Bürger von Maßbach, die sich durch den Bau des Marktplatzes um ihre Heimat verdient gemacht haben. Der neu gewählte, künftige Bürgermeister Matthias Klement (CSU) erklärte, wie er den neuen Platz sieht: "Wichtig für mich ist, dass es ein Ort der Begegnung ohne motorisierte Fahrzeuge wird. Der Platz sollte lediglich allen Altersschichten ein Treff- und Mittelpunkt sein."

Den Blick auf die Kosten richtete Bürgermeister Johannes Wegner: Insgesamt wurden 627 159 Euro an die Firma Herfurth (Nossen bei Chemnitz) fällig. Für den Platz zwischen Rathaus und evangelischer Kirche sind es 165 337 Euro und für den Marktplatz mit den neuen Bushaltestellen 461 822 Euro. Hinzu kommen noch für Kanal- und Wasserverlegung, Buswartehäuschen, Planungskosten, Ausführungsplanung und archäologische Grabungsarbeiten 191 212,83 Euro. Dies ergibt eine Gesamtsumme von 818 371,78 Euro. An Zuschüssen gab es 401 600 Euro.