Das Fehlen von Bauplätzen in der Kernstadt Münnerstadt beschäftigte den Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Von den Vorschlägen von Forum aktiv, Freie Wähler, SPD und dem fraktionslosen Leo Pfennig lässt sich allerdings nach einer Stellungnahme des Landratsamtes fast nichts umsetzen. Deshalb wurde bei der Diskussion erneut ein neues Baugebiet angesprochen. Es gab aber auch mahnende Worte, die Flächen des heutigen BBZ nicht zu vergessen.


Oft im Außenbereich

Im Februar hatten die drei Fraktionen und Leo Pfennig einen Antrag bei der Stadt eingereicht, Wohnbauflächen über so genannte Abrundungssatzungen zu schaffen. Die Verwaltung hat daraufhin prüfen lassen, wo so etwas möglich sein könnte. Einzeln verlas Bürgermeister Helmut Blank (CSU) die Ergebnisse der Prüfung. Die meisten der 14 aufgeführten möglichen Bauplätze liegen im Außenbereich, bei anderen müsste ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Letztendlich blieb ein mögliches Grundstück in der Schwedenstraße, das derzeit als Parkplatz genutzt wird.
"Wir haben das einmal gemacht und sehr viel Herzblut reingelegt", erinnerte der Bürgermeister an einen früheren Fall. Das war sehr aufwändig und langwierig gewesen. Ziel des Antrags sei gewesen, neue Bauplätze zu schaffen, aber das sei nicht so leicht zu erreichen. Der Bürgermeister sicherte zu, das verbliebene Grundstück zu prüfen, brachte aber auch seine Bedenken zum Ausdruck, weil die Erschließungskosten bereits abgerechnet sind. Er erinnerte an die Möglichkeit, ein neues Baugebiet auszuweisen.
"Ich finde es gut, dass man das aufgegriffen hat", sagte Georg Heymann (CSU). Man sollte aber auch über die Ausweisung eines neuen Gebiets in Münnerstadt nachdenken, regte er an.
Helmut Blank habe versichert, dass die Besitzer unbebauter Baugrundstücke regelmäßig angeschrieben werden, ob sie verkaufen möchten, erinnerte Britta Bildhauer (SPD). Sie kenne aber einen, der vor zehn Jahren das letzte Mal diesbezüglich Post bekommen hat. "Hier liegt viel im Argen", sagte sie.
"Wir haben vereinbart, dass wir alle anschreiben, offensichtlich hat das nicht stattgefunden", resümierte 2. Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Doch Helmut Blank konterte, dass 2013 alle angeschrieben worden seien.
Leo Pfennig (fraktionslos) zeigte sich weniger begeistert von einem neuen Baugebiet. Man dürfe nicht das BBZ vergessen. Auf dem Areal könnten nach dem Abriss bis zu 15 neue Bauplätze entstehen.


Keinen Platz gefunden

Bis dahin dauere es noch, meinte der Bürgermeister. Es sei aber so, dass die Stadt jetzt Bauwillige verliere. Das bestätigte auch Georg Heymann. Ein Arbeitskollege habe einen Bauplatz in Münnerstadt gesucht, sei aber nicht fündig geworden. Leo Pfennig bestritt, dass man ein neues Gebiet schneller ausweisen könne als Bauplätze beim heutigen BBZ zur Verfügung stehen. Der Bürgermeister hielt dagegen, dass man ein Baugebiet in einem Jahr ausweisen könne. Mit der Planung vom BBZ-Areal sollte man jetzt schon anfangen, erklärte Leo Pfennig.
"Das oberste Ziel muss es sein, Bauplätze zu schaffen", resümierte Michael Kastl. Man sollte sich alle Optionen offen halten, riet er den Stadtratskollegen.