Den mit insgesamt 150.000 Euro dotierten "Förderpreis der Kulturstiftung des Bezirk Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz" hat Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel im Theater Sommerhaus in Winterhausen an die Eigentümer der in diesem Jahr ausgezeichneten sechs Gebäude überreicht.

Den Preis teilen sich Marie Antoinette Gräfin von Ingelheim für die Sanierung und Restaurierung des Wasserschlosses Mespelbrunn (Landkreis Aschaffenburg), Petra und Iver Schmalbruch für ihre Investitionen in das ehemalige Schloss Rannungen (Landkreis Bad Kissingen), Julia und Christian Zang für die Instandsetzung ihres Häcker-Anwesens in Nordheim am Main (Landkreis Kitzingen), Veronika und Iain Cottontail für die Revitalisierung ihres Wohnhauses in Lohr am Main (Landkreis Main-Spessart), Brigitte Obermeier für die Gestaltung der Kleinkunstbühne "Theater Sommerhaus" in Winterhausen (Landkreis Würzburg) sowie Michael Geeb für die Revitalisierung seiner Hofanlage in Schweinfurt-Oberndorf (Stadt Schweinfurt).

Gesamte historische Ausstattung des 18. Jahrhunderts

Beim ehemaligen Schloss Rannungen handele es sich um ein repräsentatives Gebäude. Im Obergeschoss des Schlosses befinde sich noch die gesamte historische Ausstattung des 18. Jahrhunderts. Dotzel lobte die Entscheidung der Schloss-Eigentümer, Petra und Iver Schmalbruch, das historisch bedeutende Anwesen in der Ortsmitte instand zu setzen, statt an anderer Stelle ein neues Haus zu bauen. Dieser Instandsetzung sei nach Ansicht der Jury eine große Vorbildwirkung für die gesamte Region zugekommen.

Dotzel, der auch stellvertretendes Mitglied im Landesdenkmalrat ist, sagte in seiner Laudatio, alte Häuser seien immer etwas Besonderes - und oft auch etwas ganz Einmaliges. Umso erstaunlicher sei es nach seiner Ansicht, "dass noch immer so viele Neubaugebiete ausgewiesen werden, während in den gewachsenen Ortskernen alte Häuser leer stehen." Dabei wäre es doch viel vernünftiger, ein ungenutztes altes Gebäude zu renovieren, statt auf der grünen Wiese ein weiteres Einheits-Eigenheim zu errichten, so Dotzel weiter.

Jeweils mit 25.000 Euro gefördert

Wegen der großen Bedeutung des Denkmalschutzes unterstütze der Bezirk Unterfranken seit 2002 die Erhaltung historischer Bausubstanz mit einem Förderpreis, erklärte Dotzel. Jedes Jahr würden sechs herausragende Objekte aus den neun Landkreisen und den drei kreisfreien Städten Unterfrankens mit jeweils 25.000 Euro gefördert. Insgesamt vergebe der Bezirk Unterfranken 150.000 Euro. Der Förderpreis des Bezirk Unterfranken zähle mit dieser eindrucksvollen Summe zu den höchstdotierten Denkmalpreisen in ganz Deutschland.

Landrat Thomas Eberth (Landkreis Würzburg) dankte allen Preisträgern dafür, "neues Leben in die Ortsmittelpunkte" gebracht zu haben. "Im Ortskern schlägt das Herz jeder Ortschaft!", sagte der Landkreis-Chef. Dort befinde sich der Treffpunkt und der Identifikationspunkt der Bewohnerinnen und Bewohner. Historische Gebäude vor dem Verfall zu retten, bedeute die "steinernen Zeitzeugen" in die nächste Generation zu überführen.