Das Verschwinden des Dackels Xavo hatte Hunde-Besitzer Edmund Wilhelm in helle Aufregung versetzt. Zusammen mit seiner Frau war er eigentlich gerade auf dem Weg in den Urlaub, doch der Vierbeiner aus Unterfranken hatte wohl andere Pläne. "Ich war nur für einen kurzen Moment unaufmerksam als ich ins Haus zurückging, um einen der Koffer zu holen", erzählt Wilhelm im Gespräch mit der Fuldaer Zeitung. Xavo, der im Auto bereits in seiner Gitterbox untergebracht war, nutzte die Gunst der Stunde und brach mit Schwung aus dem Fahrzeug aus. "Ich weiß nicht genau, wie er es geschafft hat. Vielleicht hatte sich die Tür der Box verhakt", schildert Wilhelm.

Schlecht für den dreijährigen Kurzhaardackel: Er war sowohl mit Halsband als auch angebrachter Leine abgehauen. "Als Besitzer weißt du, dass, wenn der Hund irgendwo hängen bleibt, er damit keine Chance hat, zurückzukommen", sagt Wilhelm. Zwar sei das Grundstück umzäunt, doch auch das hielt Xavo nicht davon ab, einen Trip in den nahe gelegenen Wald zu unternehmen. Dort hatte er zwei Tage zuvor mit seinem Herrchen viel Spaß gehabt und hatte laut Wilhelm wohl noch nicht genug.

Im Waldstück aus misslicher Lage gerettet

Nachdem der erste Schock überwunden war, machte sich Xavos Besitzer sofort auf die Suche nach dem Ausbrecher - zunächst zu Fuß, später mit dem Auto. Als alles Suchen nichts half, wendete sich Wilhelm schließlich an die örtliche Polizei, die dafür sorgte, dass der Fall in den regionalen Medien landete. Zum Glück für Xavo und seinen Besitzer, denn so wurde eine Jägerin auf den Fall aufmerksam. Sie erinnerte sich, in dem ausgedehnten Wald zwischen Eckarts und Dreistelz Hundegebell wahrgenommen zu haben.

"Die Frau hat sich dann bei einer Bekannten von uns gemeldet, die wiederum uns informierte", so Wilhelm. Zusammen mit seiner Frau und einem Bekannten machte er sich am Montagmorgen erneut auf die Suche nach seinem Vierbeiner. Tatsächlich konnte der Suchtrupp nach etwa einer Stunde Hundelaute vernehmen und fand Xavo in einer misslichen Lage vor. Wie sein Besitzer vermutet hatte, war der Dackel mit seiner Leine an einer Fichtenstange hängen geblieben und hatte diese noch einige Meter hinter sich hergeschleift. Dann hatte sich der Ast allerdings zwischen zwei Bäumen verhakt und so die Streunerei des Hundes beendet.

So "gefangen", fanden die Suchenden den kleinen Kurzhaardackel schließlich auch vor - wenngleich Xavo deutlich entspannter als seine Besitzer war. "Er hat mit dem Schwanz gewedelt, sich direkt auf den Rücken geworfen und sich streicheln lassen. Es ging ihm glücklicherweise gut", sagt Edmund Wilhelm zum Zustand des "Flüchtigen".

Mit Baumrinde und Moos selbst versorgt

Mit Baumrinde und Moos hatte sich der Dackel über die zwei Tage selbst versorgt und den Vorfall ohne größere Blessuren überstanden. Schlussendlich aus seiner misslichen Lage befreit, konnte der Ausbrecher die Heimreise antreten und genießt gerade mit seinem Herrchen den wohlverdienten Urlaub in Tirol, schreibt die Fuldaer Zeitung. Ann-Katrin Hahner