Er hat als Vorsitzende des Gewerbevereins "Kaufhaus" Mürscht für die Entstehung einer Bürgerdrogerie gekämpft. Letztendlich hat sich aber niemand gefunden, der die Verantwortung und damit das finanzielle Risiko tragen wollte. "Nach vielen schlaflosen Nächten, habe ich mich für das Projekt entschieden", sagt Arno Reuscher. Er wird auf einer Teilfläche seine Geschäftes den Drogeriemarkt einrichten. Mit rund 200 Quadratmetern ist der Raum größer, als der im Sommer 2012 geschlossene Schlecker war. "Entscheiden tut der Kunde", sagt Arno Reuscher mit Blick in die Zukunft. Rund 80 000 Euro muss er investieren. Wer den Unternehmer in der Anfangsphase unterstützen will, kann Gutscheine im Wert von 20 Euro kaufen.

Von drei auf null Filialen

Von früher drei Schlecker-Filialen in Münnerstadt schloss die letzte - wie überall in Deutschland - ihre Türen im Sommer 2012. Schon damals gab es Bestrebungen, eine Bürgerdrogierie einzurichten, was letztlich aber nicht klappte. Bei den Verhandlungen und Gesprächen waren die Mitglieder des Gewerbevereins stark eingebunden und so hatte Arno Reuscher, nachdem er seine Entscheidung getroffen hatte, auch gleich die richtigen Ansprechpartner.
Die "Für Sie e.G." arbeitet eng mit der Rewe-Gruppe zusammen und hat sich den Namen der früheren Schlecker-Tochter "Ihr Platz" gesichert. Mittlerweile seien in Deutschland wieder 68 Drogerien unter diesem Namen eröffnet worden, sagt Arno Reuscher. Ihm steht die "Für Sie e.G" bei der Einrichtung seines Drogeriemarktes zur Seite einschließlich des Dienstleisters, aber Eisen-Krais, bleibt Eisen-Krais, die Firma erweitert einfach ihr Sortiment. Der nötige Platz ist vorhanden, der Inhaber wird das Obergeschoss, das derzeit nur für Saisonartikel genutzt wird, wieder voll in den Laden integrieren.
"Der Frequenzverlust nach der Kupsch-Schließung war eklatant", sagt der Schriftführer vom "Kaufhaus" Mürscht, Oliver Schikora. Vor einem Jahr hatte der letzte Supermarkt in der Innenstadt dicht gemacht und seither hat sich kein neuer gefunden. Nur mit einer Drogerie könne man jetzt wieder mehr Leute in die Stadt bringen, meint Oliver Schikora.
"Hier wird es alles geben, was der Schlecker auch hatte, mit Fotodrucker und Tierfutter", fügt Arno Reuscher hinzu. Das beinhaltet auch Getränke und Süßigkeiten. So hofft der Unternehmer vor allem wieder die jungen Leute von den Schulen in die Innenstadt zu locken. Und: "Ich hoffe, dass wir es als Gewerbeverein durch diese Maßnahme schaffen, ein attraktiverer Standort für Neuansiedlungen zu werden", so Arno Reuscher. "Die Stadt wird schlecht geredet und das ist sie nicht", fügt Oliver Schikora hinzu. Er verweist nur auf die derzeit laufende Schaufensteraktion, an der sich zehn Geschäfte beteiligen. Am Märchenrätsel haben sich schon so viele Leute beteiligt, dass die Einwurf-Boxen überquellen. Der Schriftführer ist sich sicher, dass die Stadt Münnerstadt viel besser ist als ihr Ruf.

Nur drei Wochen Zeit

Für Arno Reuscher, seine Mutter Hedwig Reuscher und die fünf Mitarbeiter stehen jetzt große Aufgaben bevor. In gut drei Wochen wird die Drogerie eröffnen, der Betrieb soll trotz der Umbauten aufrecht erhalten werden. Für Arno Reuscher bedeutet das aber auch eine Investition in Höhe von rund 80 000 Euro.Wer den Unternehmer mit einer kleinen Anschubfinanzierung unterstützen will, kann ab sofort Gutscheine im Wert von 20 Euro zeichnen. Die Einlösung der Gutscheine ist ab 2016 möglich.

Firma Die Firma Eisen-Krais wurde 1868 als Kolonialwarenhandlung gegründet. Seit 1902 ist sie in Besitz der Familie Krais (Hedwig Reuscher ist eine geboren Krais). Arno Reuscher betreibt das Geschäft in der vierten Generation. Geführt werden unter anderem Baumarktartikel, Spielwaren und Haushaltswaren. Ab Ende November kommt ein Drogeriemarkt hinzu.